Zwei Funde auf der Fraueninsel

von Redaktion

Gemeinderat will Geschichte sichtbar machen

Fraueninsel – Eine Kirche, die über einer Basilika steht, und beides ist schon seit Jahrhunderten verschwunden: Die Fraueninsel ist seit dem Frühjahr 2025 um zwei denkwürdige Bodenfunde reicher. Wie man diese für die Menschen sichtbar machen kann, ohne sie aus ihrem schützenden Erdbett zu holen, war Thema in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Die Bepflanzung mit mehrjährigen Pflanzen und die Einfassung mit Cortenstahl rückte dabei in die engste Wahl.

Wie die Chiemgau-Zeitung berichtete, wurde bei Bodenuntersuchungen durch Archäologen des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege im Zuge des geplanten Denkmalschutz-Konzeptes mittels Bodenradar die große Wiese unweit des Lindenplatzes auf der Fraueninsel untersucht. Geforscht wurde im Grunde nach der Martinskirche, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts der „Abriss-Birne“ der Säkularisation zum Opfer gefallen war.

Auf alten Stichen aus dieser Zeit war die Kirche noch abgebildet, daher mussten die Forscher auch nicht lange suchen, um mit dem Radar unter dem Erdreich die Fundamente dieser Kirche zu sichten. Doch sie fanden noch etwas.

Wie die Chiemgau-Zeitung berichtete, befindet sich in circa 70 Zentimetern Tiefe noch ein sehr viel älteres Fundament. Dieses dürfte wohl die steinerne Basis eines Gebäudes gewesen sein, welches vermutlich im ersten Jahrhundert nach dem Jahrtausendwechsel entstanden ist. Bereits im April 2025 hatte der Gemeinderat beschlossen, den historischen Fund in diesem Jahr durch eine Bepflanzung sichtbar zu machen.

Diskutiert wurde auch der Vorschlag, den Fund in den kommenden Jahren eventuell mittels Metallabgrenzung oder durch Pflasterungen darzustellen, zur Disposition stand eine solche Einfassung aus Cortenstahl.

Außerdem wurde im Rat diskutiert, mit einer Infotafel auf die Martinskirche sowie den historischen Fund hinzuweisen. Mittels QR-Code wäre es auch möglich, die Martinskirche in 3D entstehen zu lassen.

Die Gemeinderäte beschlossen einstimmig, das weitere Vorgehen eng mit der Abtei Frauenwörth als Grundstückbesitzerin und mit dem Landesamt für Denkmalpflege abzustimmen. daa

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