Prien – Gerade in den vergangenen Jahren hat sich die Sammlungstätigkeit vieler Museen radikal geändert. Galt es ursprünglich, alles zu sammeln, was historisch ist, so sind die Museen heute angehalten, nur das zu sammeln, was regional oder sammlungsgeschichtlich von Bedeutung ist. Inzwischen ist auch schon der Begriff „Entsammeln“ in den Raum gestellt worden, was bedeutet, dass Objekte, die nicht dem örtlichen Sammlungskonzept entsprechen, ausgeschieden und – im besten Fall – an andere Museen und Sammlungen abgegeben werden.
Das neue Sammlungskonzept für die Kunstsammlung der Marktgemeinde Prien ist inzwischen so geregelt: Gesammelt werden Objekte und Dokumente zur Geschichte, Kulturgeschichte, Kirchengeschichte und Kunstgeschichte Priens und des westlichen Chiemgaus, der ehemaligen Herrschaften Wildenwart und Hohenaschau, sowie der Klöster Herrenchiemsee und Frauenchiemsee, zur Volkskunde des Chiemgaus, und zur Künstlerlandschaft Chiemsee, insbesondere der „Chiemseemaler“ vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart.
Die Priener Doku zeigt nun einen Querschnitt durch die Sammlungstätigkeit der vergangenen Jahre, beginnend bei den Barockbildern der Malerfamilie Tiefenbrunner, mit Porträts des 19. Jahrhunderts aus dem Chiemgau bis hin zu Arbeiten der Künstlerfamilie Stefula aus der Zeit um 1980. Ein Schwerpunkt liegt auf Gemälden von Karl Raupp und Josef Wopfner sowie auf Arbeiten der südostbayerischen Künstlervereinigungen der „Welle“ und der „Frauenwörther“ aus den 1920er-Jahren sowie den Arbeiten von Rudolf Sieck. Eine besondere Überraschung bildet die Wiederzusammenführung von zwei Intarsienarbeiten mit der Ansicht des Schlosses Hohenaschau aus der Zeit um 1720, die 100 Jahre getrennt waren und zuletzt wieder zusammengeführt werden konnten.
Die Dokumentation ist täglich außer Montag von 13 bis 17 Uhr geöffnet. Am Samstag, 8. November, führt Museumsleiter, Kreisheimatpfleger Karl J. Aß, um 14 und 16 Uhr durch die Sonderausstellung.