Lisbeth Lommels Werke bereichern

von Redaktion

Großnichte schenkt dem Priener Museum neun Gemälde

Prien – Über die Vermittlung durch den Kulturbeauftragten und Leiter des Museums Prien, Karl J. Aß, hat Dr. Christoph Puchstein im Oktober vier Gemälde seiner Großtante Lisbeth Lommel der Gemeinde vermacht. Die Großnichte Viktoria Puchstein übergab nun weitere neun Gemälde von Lisbeth Lommel als Schenkung. Bürgermeister Andreas Friedrich dankte sehr. Lisbeth Lommel habe als Gast der Künstlervereinigung „Welle“ zu den großen weiblichen Künstlerinnen der Region gezählt. Ihre Bilder seien eine Bereicherung für die Priener Kunstsammlung und sind derzeit im ersten Stock des Priener Museums ausgestellt.

Wie der Kulturbeauftragte Karl J. Aß erläuterte, zähle die Malerin Lisbeth Lommel zu den wenigen Frauen innerhalb der Künstlerlandschaft Chiemsee. Geboren im Januar 1877 in Erlangen, sei sie als Kind nach München übersiedelt. Es folgte eine Ausbildung zur Sprachlehrerin in England, ehe sie ab 1901 im Münchner Künstlerinnenverein bei Karoline Kempter Malerei studiert habe. 1904 habe sie das Staatsexamen als Zeichenlehrerin abgelegt. Nach längeren Aufenthalten in Dachau, Burghausen und Wasserburg am Inn habe sie 1922 ein kleines Häuschen auf der Ratzinger Höhe bei Prien erworben.

Als Gastausstellerin bei der südostbayerischen Künstlervereinigung der „Welle“ in Prien habe sie sich mit ihren ausdrucksstarken Aquarellen und Ölbildern in die Chiemgauer Kunstgeschichte eingeschrieben. „Lisbeth Lommel beschrieb sich selbst als Impressionistin. Ihre Arbeiten verweisen jedoch weit darüber hinaus, wagen schon den Übergang zum Expressionismus und sind heute eher unter dem Begriff ‚expressiver Realismus‘ zu sehen“, so Museumsleiter Aß. 1970 sei sie in Prien verstorben. wp

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