Eis wird zur Bühne

von Redaktion

„Alpine Ice Freestyle“-Wochenende in Inzell

Inzell – Wenn die Besten der Szene am frühen Abend des 14. November ihre Schlittschuhe schnüren, stehen drei Tage bevor, die es in Bayern in dieser Form noch nicht gegeben hat: Das „Alpine Ice Freestyle“-Wochenende in der Inzeller Max-Aicher-Arena verspricht Action der besonderen Art – spektakuläre Rampen-Sprünge auf zwei Kufen bis 2,50 Meter Höhe, atemberaubende Körperbeherrschungen auf dem 400-Meter-Eisoval sowie groovige Breakdance- und Akrobatik-Elemente am Eishockey-Feld. Organisator Patrick Brunold aus Piding schaffte es, über 100 Ausnahmesportler aus ganz Europa ins beschauliche Inzell zu locken. Das ist ungewöhnlich, denn üblicherweise finden Events dieser Art in großen Städten wie London, Wien, Budapest oder Dinslaken statt.

In Zusammenarbeit mit der Gemeinde um Bürgermeister Michael Lorenz sowie der Inzeller Touristik GmbH konnten für die überwiegend sehr junge Freestyle-Community kostengünstige Übernachtungen im Ort generiert werden, die Verpflegung während und nach den Shows – das Restaurant gegenüber der Halle verlängert seine Küchenzeiten – sowie Shuttle-Services vom Salzburger Flughafen sowie vom Traunsteiner Bahnhof für all jene, die nach München fliegen. Die Gäste kommen aus England, Schottland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Polen, Italien, Tschechien, Österreich und einigen weiteren Destinationen. Vereinzelt haben sich Sportler mit teilweise über einer Million TikTok-Followern wie beispielsweise „TremiX_Tim“ aus Wien angekündigt.

Eisschnelllauf, Eishockey, Eiskunstlauf und Eisspeedway sind in Inzell seit Jahrzehnten etabliert. Nun soll eine weitere Sportart für Furore sorgen: „Wir wollen die Leute aufs Eis bringen, den ganzen Eissport in der Region weiter fördern und zeigen, dass auf diesem Untergrund noch weit mehr möglich ist, als das, was ohnehin bekannt ist“, sagte Patrick Brunold. Er hofft natürlich, dass vor allem die Einheimischen das Event annehmen und sich an diesen neuen Optionen – möglicherweise auch für sich selbst – erfreuen: „Einfach mal einen coolen Abend erleben, bei cooler Tanz- und Partymusik, ganz ohne Handy oder Computer losgelöst und frei.“ Wer ganz normal zum Eislaufen kommen möchte, wird nur geringfügig eingeschränkt: „Es bleibt genug Fläche frei“, verspricht der 31-Jährige. „Nebenbei kann man sich anschauen, was die Ice Freestyler alles abliefern. Und das wird großartig.“ Dabei handelt es sich nicht um einen Wettkampf: „Ganz spontan können sich gleichwohl Battles ergeben, bei denen der eine den anderen herausfordert.“

Die Gäste sind durch die Bank hochkarätig: Die Ice Freestyler Offenburg gestalteten unter anderem bereits Pausenshows bei DEL-Eishockey-Spielen. „Da sind Leute dabei, die aus dem Stand Rückwärtssaltos auf Schlittschuhen aufs Eis legen und stehen. Spektakulär wird der Auftritt des Belgiers Maarten Michiels: Er sprang jüngst auf einer ebenen Eisfläche mithilfe einer Rampe über ein 2,60 Meter hohes Hindernis: „Das gab es zuvor noch nicht“, informiert der Organisator. „Eine vergleichbare Schanze wird sich in Inzell befinden, wir geben ihm 50 Meter Anlauf und sind gespannt, was er uns zeigen wird“, sagte Brunold, im weiteren Sportlerleben Fußball-Torwart aktuell bei Kreisklassist FC Hammerau, voller Vorfreude. Die Eis-Shows, für die keine erhöhten Preise, sondern jener Eintritt des ganz normalen Publikumslaufs oder der Eisdisco zu bezahlen sind, können interessierte Zuschauer jederzeit besuchen und gut einsehen: Am Freitag, 14. November, von 18 bis 22 Uhr im Rahmen der Eisdisco.

Am Samstag, 15. November, von 13 bis 16 Uhr während eines zeitlich erweiterten Publikumslaufs (ohne die großen Programmpunkte), sowie von 18 bis 22 Uhr bei einer zusätzlichen Eisdisco, die statt der üblichen drei auf vier Stunden verlängert wurde. Dabei verspricht Brunold, der unter anderem das aktuell größte europäische Ice Freestyle-Event in Budapest organisiert, eine „andere Playlist als gewohnt, die zu den Tänzern auf dem Eis jedoch einfach besser passt.“ Als DJ konnte Marc Anton Eicher gewonnen werden. Bei allen Sessions ist sowohl das 400- Meter-Oval als auch das Eishockeyfeld geöffnet.

Letztlich soll es nicht bei dieser einen Auflage bleiben: „Das hängt freilich davon ab, wie das Event ankommt und wie alles funktioniert. Wenn alles klappt, wird Inzell den großen Städten in nichts nachstehen, sie teilweise sogar übertreffen und auch 2026 zur gleichen Zeit ein Freestyle-Event ausrichten.“

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