Mit allen Kräften für den Frieden einsetzen

von Redaktion

Gemeinde und Trachtenverein D‘Rechlberger gedenken der 150 Opfer der Weltkriege aus Oberwössen

Oberwössen – Der Allerseelengottesdienst in der Kuratiekirche Oberwössen war dieses Jahr auch deshalb besonders, weil im Anschluss die Gemeinde und der Trachtenverein D’Rechlberger am Kriegerdenkmal auf dem Friedhof Kränze zum Gedenken an die Verstorbenen niederlegten. Pfarrer Dominik Bartsch feierte den Gottesdienst mit Diakon Erik Oberhorner.

In seiner Predigt zum Allerseelenfest erinnerte der Pfarrer an die christliche Pflicht, für die Verstorbenen zu beten und sich gleichzeitig für den Frieden einzusetzen. Angesichts aktueller Kriege, in denen junge Menschen sterben, betonte er die Bedeutung des Gebets „Herr, gib ihnen die ewige Ruhe“, das nicht Totenstille, sondern das Leben bei Gott bedeute. Der Tod sei nicht der Sinn des Lebens, sondern eine Folge der Trennung von Gott, so der Prediger. Die Verstorbenen mahnten die Lebenden, sich mit allen Kräften um Frieden und Versöhnung einzusetzen.

Besonders die junge Generation brauche die Perspektive auf eine friedliche Zukunft. In einer Zeit, in der Europa von Ängsten geprägt sei, müsse man der Jugend Rückhalt geben und ihnen helfen, in Freundschaft mit Gott zu leben.

Zu Beginn des Gottesdienstes gedachte der Pfarrer namentlich der im vergangenen Jahr in der Kuratie Verstorbenen. Diakon Erik Oberhorner zündete für jeden von ihnen ein Licht an; am Ende brannten fünf Kerzen am Altar. Die Lesungen übernahmen Andrea Jelinski und der Diakon. Maria Blank spielte Orgel. Unter den Kirchenbesuchern stachen die Fahnenabordnung des Trachtenvereins D’Rechlberger hervor, weiter eine starke Schar an Röckifrauen.

Am Kriegerdenkmal äußerte Pfarrer Bartsch vor dem Hintergrund grausamer Kriege den Wunsch: „Möge Gott eingreifen und die Menschen zum Frieden bewegen.“ Er rief dazu auf, der Toten zu gedenken.

„Wenn man die Vergangenheit nicht kennt, kann man die Zukunft nicht gestalten“, mit diesen Worten rief Gemeinderat Barthl Irlinger dazu auf, sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Er erinnerte daran, wie sich Oberwössner dagegen stemmten, als der Gedenkstein des Kriegerdenkmals mit den 150 Namen der Oberwössner Opfer der Weltkriege vergraben werden und dem Vergessen anheimfallen sollte. Die 150 Namen von Vermissten und Gefallenen stünden für die, die „ihren Anteil daran hatten, dass wir heute in relativem Frieden leben“, fand Irlinger. Er legte den Kranz für die Oberwössner Ortsvereine nieder.

Zur Kranzniederlegung des Trachtenvereins D’ Rechlberger beschrieb die Vorsitzende Renate Bauer in kurzen Worten, wie sich der Trachtenverein an seine Verstorbenen erinnert. Die Vereinsfahne senkte sich dazu dreimal zum Kriegerdenkmal und den Kränzen.

Den gemeinsamen Volkstrauertag begeht Unterwössen nun am Sonntag, 16. November, in der Unterwössner Pfarrkirche St. Martin. lfl

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