Trainingsrückstand in Sachen Urlaub

von Redaktion

Ludwig Huber vom AELF geht nach 42 Dienstjahren in den wohlverdienten Ruhestand

Traunstein – Für viele, seien es Landwirte, Kollegen oder Freunde, ist es schwer vorstellbar: Das „Urgestein“ des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) geht nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand. Ludwig Huber, Abteilungsleiter für Bildung und Beratung, hat bereits einen neuen Lebensabschnitt begonnen.

Unzählige Bauern baten um seinen Rat, wenn Baupläne auf dem landwirtschaftlichen Betrieb zu verwirklichen waren, und Hunderte von Schülern in der Landwirtschaftsschule und -akademie folgten gespannt seinen Ausführungen zur Betriebswirtschaft. Mit fast 1000 Veranstaltungen hat sich der Truchtlachinger einen unverwechselbaren Ruf erworben – auch durch seine sehr humorvolle und direkte Art.

Sein Berufsweg wurde ihm in die Wiege gelegt: Ludwig Huber wuchs zusammen mit zwei Brüdern auf dem elterlichen Bauernhof in Höllthal bei Seeon auf. Da ihm das Lernen leichtfiel, studierte er Landwirtschaft in Schönbrunn und Kiel. Nach dem Fachhochschulstudium in Bayern bewarb sich Ludwig Huber an der Universität in Kiel „spaßeshalber“ – und wurde zu seiner Überraschung angenommen. Hier wählte er als Schwerpunkt „Pflanzenbau“ und schloss als Diplom-Agrar-Ingenieur sein Studium ab. „Diese zwei Jahre in Kiel waren eine sehr interessante Zeit“, erinnert sich der Truchtlachinger, „und der Blick über den Zaun lässt einen auch erkennen, was man zu Hause hat.“

Vor über 30 Jahren kam er dann zum AELF nach Traunstein. Die Beratung lag Ludwig Huber sehr am Herzen. „Wir waren lange Zeit durch unsere fachliche Unterstützung sehr nah an den Bauern in unserem Amtsbereich.“ Leider habe sich dies durch eine Umorganisation und Corona geändert. Aber das „Urgestein“ ist sich sicher, dass seine Nachfolger diesen Bereich wieder intensivieren werden.

Im Rückblick hat Ludwig Huber die Beratung sehr viel Freude gemacht. „Es bringt die Leute vorwärts, wenn man für sie mitdenkt und nach Lösungen sucht.“ Einziger Wermutstropfen in seiner Amtszeit war das Volksbegehren „Rettet die Bienen“. „Hier gab es viel Meinung und wenige Fakten.“ Mit dieser Einstellung handelte sich der Abteilungsleiter Ärger ein, auch intern.

Künftig will sich der 66-Jährige mehr um die große Familie mit sechs Kindern und fünf Enkeln kümmern und seine Frau unterstützen, „die mir bisher den Rücken freigehalten hat“. Reisen stehen aktuell nicht auf dem Plan, „weil ich in Urlaub noch nicht geübt bin“.

Vielleicht hält er als „alter Hase“ den einen oder anderen Vortrag. Sein Resümee über sein Arbeitsleben ist positiv: „Es war eine schöne Zeit, die in jedem Abschnitt ihren Reiz hatte.“

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