Forschungs- und Ausbildungszentrum geplant

von Redaktion

Räte bringen Bauleitverfahren für Projekt der Siegsdorfer Firma Brückner auf den Weg

Siegsdorf – In der öffentlichen Sitzung des Siegsdorfer Gemeinderates stellten die Brückner Group und die beteiligten Planungsbüros die Planungen zur städtebaulichen Neuordnung und Nachverdichtung ihres Betriebsgeländes zwischen der Königsberger- und der Breslauer Straße vor.

Wie Hubert Bock vom Bau- und Immobilienmanagement der Firma dazu erläuterte, hat sich die Brückner Group mit ihren in Siegsdorf ansässigen Unternehmen Brückner Group SE, Brückner Maschinenbau und Brückner Servtec seit dem Bau der ersten Betriebsgebäude in den 1970er-Jahren kontinuierlich weiterentwickelt und den Standort entsprechend ausgebaut. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, ist nun ein neues zukunftsorientiertes Entwicklungskonzept notwendig.

Freie Flächen für
die Zukunft nutzen

Nach der derzeit bereits begonnenen Verlegung der Montage- und Logistik-Abteilung nach Oberdorf bei Traunreut werden auf dem Gelände in Siegsdorf Flächen frei und können für den weiteren Ausbau als Forschungs- und Ausbildungsstandort sowie für ein neues Besucherzentrum genutzt werden. In Abstimmung mit der Gemeinde Siegsdorf und der Baubehörde des Landratsamtes wurde dazu ein neuer Bebauungsplan erarbeitet. Der aktuell gültige Plan aus dem Jahr 1995 „Gewerbegebiet zwischen der Autobahn und der Königsberger Straße“ hat im Laufe der Jahre bereits 14 Änderungen erfahren und entspricht in Ausführung und Zeichensprache nicht mehr den Anforderungen und Gegebenheiten.

Bock stellte dem Gemeinderat die Grundzüge des neuen Konzeptes vor, das aufgrund von Untersuchungen des Planungsbüros Hinterschwepfinger für eine verträgliche Nachverdichtung und zukunftsfähige Weiterentwicklung sorgen soll. Aufbauend auf den Untersuchungen hat das Büro „Jocham Kessler Kellhuber“ einen Entwurf für den neuen Bebauungsplan erstellt. Wie Bürgermeister Thomas Kamm dazu anmerkte, nutzt die Gemeinde die Gelegenheit der Neuordnung um den bisherigen Plan zu ersetzten und mit einem aktuellen Bebauungsplan das begrenzte Gelände zwischen der Königsberger-, der Breslauer- und der Haunertinger Straße für die Zukunft zu rüsten.

Wie die Vertreter der Planungsbüros dazu feststellten, kann mit der Verlegung der Montage nach Traunreut die Lkw-Anlieferung am aktuellen Standort entfallen und weiter im Westen, deutlich entfernt von der Wohnbebauung an der Königsberger Straße, platziert werden. Ein neues „Customer Innovation Center“ und neue Büroflächen sind ebenso geplant wie eine entsprechende Erweiterung der Kantine und des Parkhauses. Der entstandene Masterplan kann dabei nicht nur ausschließlich die konkreten Planungsabsichten der Firma Brückner in den nächsten Jahren abbilden, sondern zeigt weitere Entwicklungspotenziale im Sinne einer zukunftsorientierten Angebots-Bebauungsplanung auf. Ein „Bebauungsplan der Innenentwicklung“ mit einer Grundfläche von 20000 Quadratmetern bis weniger als 70000 Quadratmetern kann im Sinne des Paragraf 19 Abs. 2 BauNVO im beschleunigten Verfahren aufgestellt werden. Daher wurde von der Bauverwaltung der Gemeinde eine Vorprüfung durchgeführt, deren Ergebnis „voraussichtlich keine erheblichen Umweltauswirkungen“ erkennen konnte, und somit die Voraussetzungen für ein beschleunigtes Verfahren nach Paragraf 13a BauGB gegeben sind. Da in diesem Verfahren die „frühzeitige Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit“ entfallen kann, ist als nächstes nun die „förmliche Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit nach Paragraf 4 Abs. 2 BauGB durchzuführen, die für den Zeitraum Dezember 2025 durch öffentliche Auslegung vorgesehen ist.

Fragen aus dem Gremium zu der Höhe der künftigen Gebäude, der entstehenden Schadstoffbelastung und der Verkehrsentwicklung konnten die Planer und der Vertreter der Brückner Group positiv beantworten. Das neue Forschungsgebäude wird zwar um circa drei Meter höher als der Bestand, wird aber um fast sechs Meter weiter von der Königsberger Straße zurückgesetzt sein und die geplanten Gebäude werden nach neuesten Erkenntnissen in Bezug auf Schadstoff-Filter und Lärm-Emmissionen erstellt werden. Zudem wird durch die Verlegung der Logistik, weg von der Wohnbebauung in Richtung Westen, die Verkehrsbelastung für die Anwohner der Königsberger Straße deutlich zurückgehen.

Zudem regte Dr. Christian Gerhart (BfS) mit Hinweis auf den überall herrschenden Wohnungsnotstand den Bau von Betriebswohnungen für die zusätzlichen Mitarbeiter an und Willi Geistanger (Grüne) hoffte auch im Altbestand auf mehr Gründächer und Fassaden-Begrünung.

Betriebswohnungen
sollen entstehen

Der gemeindliche Bauausschuss hatte den Entwurf eingehend geprüft und eine Bewilligung vorgeschlagen. Der Gemeinderat beschloss daraufhin einstimmig (19:0) die Neuaufstellung des Bebauungsplanes „Gewerbegebiet Königsberger Straße“ im beschleunigten Verfahren gemäß Paragraf 13a BauGB ohne Durchführung einer Umweltprüfung, billigte den vorliegenden Entwurf in der Fassung vom 28. Oktober 2025 und gab ihn für die förmliche Beteiligung der Behörden und der Öffentlichkeit frei.

Die Kosten des Verfahrens gehen im Rahmen einer Planungsvereinbarung zu Lasten der planenden Brückner Group. Die Planungshoheit der Gemeinde wird dadurch nicht beeinflusst.

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