Inzell – Nur wenige Punkte standen auf der Tagesordnung der jüngsten Gemeinderatssitzung, doch diese wurden alle positiv beschieden. Wichtig, gerade im Hinblick auf den bevorstehenden Volkstrauertag, ist die Renovierung der Kriegerkapelle. Zudem sichert die Gemeinde Inzell die Finanzierung der Sparte Tourismus in der Chiemgau GmbH für die nächsten fünf Jahre, und ein Umbau an der Kritischen Akademie wurde befürwortet.
Terrassenüberdachung
mit PV-Modulen
Der erste Punkt war der Bauantrag zur Erneuerung und Erweiterung der Terrassenüberdachung am Salinenweg 45 bei der Kritischen Akademie. Südlich der bestehenden Bebauung (Seminargebäude Nummer vier) soll eine neue Terrassenüberdachung entstehen. Geplant sind für diese Überdachung auch mehrere Solarpaneele. Die erweiterte Fläche beträgt insgesamt circa 17 Quadratmeter, wobei die Dachneigung unverändert bleibt und wie im Bestand bei 16 Grad ist. Der geplante Aufstellort befindet sich zwar teilweise (1,85 Meter) außerhalb der Baugrenzen, doch dafür wurde eine Befreiung von den Baugrenzen beantragt. Die überdachte Terrasse ist notwendig, denn sie dient dem Sonnenschutz der Seminarräume und Gruppenräume. Durch die Überdachung mit PV-Modulen kann darüber hinaus noch Energie gewonnen werden. Die Überschreitung der Baugrenzen ist städtebaulich vertretbar (Geringfügigkeit), denn die Grundzüge der Planung bleiben unberührt und nachbarliche Interessen gewahrt, und somit kann einer Überschreitung der Baugrenzen zugestimmt werden. Ohne Gegenstimmen wurde die Terrassenüberdachung genehmigt.
Ein längeres Thema war die Finanzierung in der Sparte Tourismus in der Chiemgau GmbH für die Jahre 2026 bis inklusive 2030. Die Gemeinde Inzell will die Finanzierung der Sparte Tourismus in der Chiemgau GmbH für die nächsten fünf Jahre sichern. Grundlage dafür war die vorliegende vertragliche Vereinbarung/Entwurf vom 14. Oktober. Die Höhe der jährlichen finanziellen Beteiligung der Städte und Gemeinden ermittelt sich aus der Gesamtzahl der Übernachtungen des vorletzten Tourismusjahres (1. November bis 31. Oktober). Daher liegen die Gemeinden Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl mit an der Spitze des zu zahlenden Betrages. Der Umlagebetrag für die Städte und Gemeinden beträgt 0,15 Euro pro Übernachtung.
Die Aufgabe des Gemeinderates war es nun, den Bürgermeister oder den Vertreter im Amt dazu zu ermächtigen, die vertragliche Vereinbarung zur Finanzierung der Sparte Tourismus der Chiemgau GmbH gemäß dem Entwurf vom 14. Oktober zu unterzeichnen. Sollten noch Anpassungen der vertraglichen Vereinbarung erforderlich werden, umfasst die Zustimmung auch diese Korrekturen (unter anderem nach Prüfung durch die Rechtsaufsicht), soweit sie nicht wesentliche Inhalte der vertraglichen Vereinbarung betreffen. Der Bürgermeister oder der Vertreter im Amt wird ebenfalls dazu ermächtigt, diese im Namen der Kommune zu unterzeichnen. Alle Gemeinderäte sprachen sich für diese Lösung aus und stimmten der Finanzierung in der Sparte Tourismus zu.
Die Kriegerkapelle an der Pfarrkirche St. Michael war in die Jahre gekommen und musste saniert werden. Ein Grundsatzbeschluss dazu wurde schon früher gefasst, die Kosten ermittelt und einem Betrag von 14200 Euro zugestimmt. Auch die Kirche hat sich an den Kosten beteiligt, obwohl es eigentlich Aufgabe der Kommune ist, für die verstorbenen Soldaten ein Denkmal zu schaffen. Bei genauerer Betrachtung von Kirchenmaler Stein wurde festgestellt, dass die Decke und der Altar aufgrund des mittlerweile schlechten Zustandes gleich mit bearbeitet werden sollen. „Lieber einmal gscheid machen und dann hält es wieder für viele Jahre. Ansonsten müssen wir in einigen Jahren uns wieder damit beschäftigen“, plädierte Bürgermeister Michael Lorenz für eine komplette Sanierung.
Die vorgelegte Kostenschätzung beläuft sich auf 25000 Euro brutto. Die Kirche hat sich dazu bereit erklärt und wird 4000 Euro davon übernehmen. Vom Denkmalamt wurde ein Zuschuss abgelehnt, da Pfarrkirchen nicht bezuschusst werden und die Kapelle als Teil der Kirche gesehen wird. Dafür beteiligt sich die Krieger und Soldatenkameradschaft Inzell an den Renovierungsmaßnahmen und wird Eigenleistung einbringen.
Grundsatzdiskussion
vermeiden
Sepp Rieder (SPD) sieht es klar als Gemeindeaufgabe an und will eine neue Grundsatzdiskussion vermeiden. „Wir sind sehr froh, dass sich die Kirche an der Renovierung beteiligt“. Für die Innensanierung der Kriegerkapelle in der Pfarrkirche beantragt die Kirchenstiftung St. Michael einen Zuschuss von 21000 Euro. Dies wurde einstimmig abgesegnet. Der von der Gemeinde nicht übernommene Anteil wird von der Kirchenstiftung und der Fritz- und-Brigitta-Gastager-Stiftung übernommen.