Auf der Suche nach Zukunftsbäumen

von Redaktion

Herbstversammlung Waldbesitzervereinigung Traunstein in Übersee – Holzernte als zentrales Thema

Übersee – Die Pflege von jungen Wäldern mit praktischen Tipps zur Holzernte stand im Mittelpunkt der Herbstversammlung der Waldbesitzervereinigung Traunstein (WBV) in Übersee. Auch die aktuelle Situation auf dem Holzmarkt sowie das neue digitale Förderprogramm wurden den knapp 20 WBV-Mitgliedern in Almau erläutert.

Gute Preise
auf dem Markt

Die aktuell guten Preise auf dem Holzmarkt betonte WBV-Geschäftsführer Remigius Hammerl zu Beginn der Versammlung und appellierte an die Besucher, dies auszunutzen und „am Ball zu bleiben“. Gerade auch die Holzgewinnung in älteren Beständen sei gut für die Verjüngung des Waldes, der sich dann besser an die wandelnden Klimabedingungen anpassen könne.

Anton Ernst, Leiter des Forstreviers „Chiemgauer Alpen“ beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF), stellte den Teilnehmern das neue digitale Antragssystem „iBALIS“ vor. Viele Landwirte kennen diese Plattform bereits seit einigen Jahren vom Mehrfachantrag. Für Interessierte, die sich dabei etwas Unterstützung wünschen, überlegt die Waldbesitzervereinigung, wie sie Mitgliedern unter die Arme greifen könnte. „Wir planen für diese Waldbesitzer eventuell Sammel-Förderanträge“, gab der WBV-Geschäftsführer bekannt. „Gleich bleiben aber die Beratung und Betreuung durch den zuständigen AELF-Förster“, erklärt Revierleiter Anton Ernst. „Wir versprechen uns von der Umstellung viele Erleichterungen und eine schnellere Abwicklung.“

Dann marschierte die Gruppe in einen nahegelegenen Wald in Almau und suchte unter Anleitung von AELF-Förster Anton Ernst nach „Zukunftsbäumen“, also jeweils dem wertvollsten Baum in einer Gruppe von Bäumen, der sich vor allem durch Qualität und Wuchs auszeichnet. Sehr engagiert folgten die Waldbesitzer dem Aufruf des Försters „Wo seht ihr einen schönen Baum?“ mit Vorschlägen. „Gibt man diesen Bäumen mehr Raum, entwickelt sich die Krone besser durch mehr Licht. Der Stamm wird schnell dicker und auch seine Vitalität nimmt zu“, erklärte Anton Ernst. Gleichzeitig markierte die WBV-Gruppe gemeinsam sogenannte „Bedränger“ rund um den Zukunftsbaum, die in seiner direkten Umgebung stehen und vor allem die Krone beeinträchtigen. Aufmerksam verfolgten die Waldbesitzer das Entfernen verschiedener Bäume und diskutierten dabei die beste Schnitttechnik. Ist das Werk vollendet, so der Förster, sehe man um die Krone des Zukunftsbaumes einen „blauen Kreis“ – also den Himmel.

Hilfe bei der
Baummarkierung

Die WBV-Mitglieder waren trotz eigener Erfahrung begeistert von den Ausführungen, so auch Sebastian Stöger aus Übersee. „Das hat wieder einmal gezeigt, dass so eine Durchforstung sehr viel anstrengende Arbeit ist, wenn man es gründlich macht.“

WBV-Geschäftsführer Remigius Hammerl wies darauf hin, dass die WBV ihren Mitgliedern gerne bei der Markierung der Bäume helfe und bei Bedarf auch die Holzarbeiten sowie die Vermarktung übernehme.

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