Nachruf

von Redaktion

Breitbrunn – Trotz längerer Krankheit ist die beliebte Breitbrunner Bürgerin Angelika Thalhauser schnell und unerwartet mit 78 Jahren verstorben.

Im ökumenischen Requiem, das vom Kirchenchor unter der Leitung von Korbinian Seidel untermalt wurde, gingen Pfarrer Mirko Hoppe und Gemeindereferentin Resi Kreuzmair in der bis auf den letzten Platz belegten Pfarrkirche St. Johannes auf das Leben und Wirken der Verstorbenen ein.

Angelika wurde 1947 als viertes Kind von Klara und Paul Rüger in das „Martel-Mayer-Zuhaus“ hineingeboren. Ihr Vater wusste als Kapitänleutnant der Marine um die damalige politische Situation. Die „große Flucht“ fand hauptsächlich im Januar 1945 statt, als die Rote Armee die Stadt umzingelte und es einen Evakuierungsbefehl für die Zivilbevölkerung gab. So verließ die Familie Breslau noch vor Kriegsende und kam über Kiel nach Breitbrunn. Durch seinen Einsatz bei der Marine kannte die Familie den Breitbrunner Peter Lösch, bei dem sie anfangs wohnen konnte.

An den Besuch der Breitbrunner Volksschule schloss sich 1961 die Lehre zur Bürokauffrau bei einer Rimstinger Firma an. In der Folge ging es über eine Eggstätter Firma ab 1973 im eigenen Installationsbetrieb weiter. Gemeinsam bauten sie die Firma auf, die teilweise bis zu sechs Angestellte hatte, und sie blieb bis zum Renteneintritt 2012. Auf einem Almtanz im damaligen Gasthof „Adlberger“ rückte Angelika 1965 dann in den Fokus des jungen Hans Thalhauser, der sie schon aus der gemeinsamen Schulzeit kannte. Schließlich läuteten 1970 in der Breitbrunner Pfarrkirche die Hochzeitsglocken und man feierte ausgelassen im „Gasthof Neuwirt“.

Sie schenkten den Kindern Markus, 1973, und Tanja, 1975, das Leben, und in der Folge wuchs die Familie um die vier Enkelkinder Leonhard, Michael, Antonia und Malena, die der ganze Stolz der Verstorbenen waren.

Bereits seit 1968 wurde am Möslweg ein Haus gebaut, das nach der Hochzeit bezogen werden konnte.

Neben Familie und Firma fand Angelika aber immer wieder Zeit, sich in Vereinen und Kirche einzubringen. So war sie unter anderem fünf Jahrzehnte mit dem Frauenbund, Trachten- und Schützenverein verbunden. Letzteren vertrat sie als ausgezeichnete Schützin bei Rundenwettkämpfen und durfte 1992 beim 90-jährigen Gründungsfest die Rolle der Fahnenmutter übernehmen. Über viele Jahre war sie Lektorin in der evangelischen Kirche und hatte die regelmäßigen Seniorentreffen sowohl in Breitbrunn als auch in Prien mitorganisiert. Von 2002 bis 2014 stand sie als Bürgermeisters-Gattin an der Seite ihres Mannes. In ihrer Freizeit unternahmen sie gerne Reisen, unter anderem nach Griechenland, Südafrika, Australien, Hongkong, Neuseeland und die Fidschi-Inseln. Mehrmals waren sie auch in Amerika (Kalifornien und Oregon), wo sie ein befreundetes Ehepaar besuchten. Neben den jährlichen Skiurlauben in Südtirol gehörten auch Tanzen und Radlfahren zur Passion der Verstorbenen. Den Garten um Haus und Firmensitz hat sie akribisch gepflegt. Angelika Thalhauser war sehr gesellig und überaus beliebt.

Nach einem Fahrradsturz 2020 ging es gesundheitlich immer mehr bergab, sodass sie 2024 in ein Eggstätter Pflegeheim umziehen musste.

Zur Urnenbeisetzung am gemeindlichen Friedhof mit einigen hundert Trauernden senkten sich die Fahnen der Schützen und Trachtler über das offene Grab.wak

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