Bernau – Im Dienst ist das neue Fahrzeug der Bernauer Feuerwehr schon, nur einen Platz im Feuerwehrhaus hat es noch nicht. Bis es den bekommt, dauert es auch noch etwas länger. Denn das Gerätehaus der Feuerwehr bekommt einen neuen Anbau, in dem das neue Fahrzeug, ein Geschenk des Landkreises Rosenheim, seinen Rastplatz finden wird. Aber nicht nur wegen des neuen Fahrzeugs freut sich Feuerwehrkommandant Stefan Huber über den Anbau: „Wir sind 78 Kameraden und haben so langsam einen Platzmangel, wir stückeln immer weiter an. Gerade für Spinde haben wir leider fast zu wenig Platz, dazu gehen die Lagermöglichkeiten aus.“
Sicherheit bei
Einsätzen verbessern
Dazu werden die Einsatzzahlen immer höher, auch weil es immer mehr Aufgaben gebe. „Ich finde es einfach super, dass die Gemeinde uns unterstützt, indem sie den Anbau in dieser Form jetzt umsetzt. Es ist auch für die Zukunft sehr weit gedacht“, so Huber. Der Kommandant spricht von der „großen L-Variante“, da an das bestehende Gebäude zu einem L erweitert wird. Steht man vor dem aktuellen Gebäude, kommt der Anbau rechts dazu, vier zusätzliche Tore sollen entstehen. „Wir haben den Bauantrag eingereicht, währenddessen laufen die ganzen Werks- und Feinplanungen weiter und wir können mit den Ausschreibungen beginnen. Die Hoffnung ist, dass wir ungefähr im März oder April nächsten Jahres anfangen können zu bauen“, teilt Bernaus Bürgermeisterin Irene Biebl-Daiber im Gespräch mit der Chiemsee-Zeitung mit. Ein Jahr später soll dann der Bau fertig sein. Die Kosten belaufen sich „Pi mal Daumen auf 2,3 Millionen Euro“, so die Rathauschefin. Dies sei aber erst eine erste Kostenschätzung, erste Förderzusagen gebe es bereits. Bei einer Verschuldung von 595,76 Euro pro Kopf (bayerischer Schnitt bei vergleichbaren Gemeinden liegt bei 875 Euro) und Rücklagen in Höhe von 9,3 Millionen Euro kann sich Bernau den Anbau auch durchaus leisten.
Bernaus Feuerwehrchef fühlt sich gut in den Planungsprozess eingebunden: „Es ist ein wunderschönes Zusammenspiel mit der Gemeinde. Es gibt einen Ausschuss in der Feuerwehr, in dem sich zwölf Kameraden aktiv einbringen, Ideen verwirklichen und gestalterisch mitwirken können. Es ist ein reibungsloser Ablauf und alles geht wirklich Hand in Hand.“
Der Anbau soll nicht nur mehr Platz für Mensch und Maschinen bieten, sondern auch die Einsatzkräfte besser schützen. Denn die aktuelle Situation lässt keine Trennung von Ein- und Ausfahrt zu. Bei Einsätzen ist die Gefahr groß, dass Fahrzeuge zum Einsatz aus der Ausfahrt flitzen, während andere Kameraden mit ihren Autos noch anrücken. Mit dem Anbau wird es eine gesonderte Ein- und Ausfahrt geben.
Bis der Anbau fertig ist, muss das neue Fahrzeug, ein Wechselladerfahrzeug, zunächst im Regen stehen. Es sei ein provisorisches Zelt als Unterschlupf geplant. Die Freude über das Geschenk beziehungsweise die Bereitstellung durch den Landkreis ist dennoch groß. Zum Fahrzeug gehören verschiedene Container. Drei sind bisher geliefert, ein vierter soll folgen.
Diese Abrollbehälter sind mit unterschiedlichen Techniken versehen und beruhen auf einem Fahrzeugkonzept des Landkreises. Pro Inspektionsbereich gebe es die gleichen Container, im Bereich Osten sind diese Container auf Prien und Bernau verteilt.
Bernau bekam einen „Abrollbehälter Logistik“, der je nach Bedürfnis unterschiedlich bestückt werden kann. Dazu kommt eine Mulde, die auf das Fahrzeug gepackt werden kann, in der Sand, Sandsäcke oder andere Dinge transportiert werden können. Auch ein Abrollbehälter Wasser umfasst das Paket. Dieser Behälter kann mit rund zwölf Kubikmetern Wasser befüllt werden und soll helfen, bei Einsätzen mit schlechter Wasserversorgung die Versorgung einer großen Menge des kostbaren Löschmittels zu sichern. Dazu kommt ein Container mit Gefahrgutausrüstung. Dieser ist mit Sonderzubehör ausgestattet und für die Bernauer Wehr gerade bei Einsätzen auf der Autobahn hilfreich.
Wasser, Sand
und Gefahrgut
Die Feuerwehr Prien bekommt unter anderem Abrollbehälter mit Atemschutzausrüstung und einen mit einer Sandsackfüllmaschine. Die Container sollen, wie im Landkreiskonzept vorgesehen, an beiden Standorten genutzt werden und die Zusammenarbeit weiter fördern. „Es ist ein wundervolles Fahrzeug, wir haben uns da auch sehr darauf gefreut. Es ist universell einsetzbar und bringt dadurch unsere Feuerwehr, aber auch die Gemeinde, weit nach vorne“, ist sich Bernaus Kommandant Huber sicher.
Damit macht das Fahrzeug das Leben in Bernau ein Stück sicherer – auch wenn das Fahrzeug aktuell ein Freiluftfahrzeug ist.