Prien – Mit einem Gottesdienst in der Pfarrkirche mit Pfarrer Philipp Werner und einer ökumenischen Andacht am Kriegerdenkmal auf dem Marktplatz haben die Marktgemeinde, die Kirchengemeinden und örtliche Vereine zum Volkstrauertag am vergangenen Sonntag der Kriegstoten und Opfer von Gewaltbereitschaft und Gewaltherrschaft aller Nationen gedacht. „Den Volkstrauertag begehen wir als Friedensbittsonntag“, so Pfarrer Mirko Hoppe bei der Begrüßung, „der uns eindringlich gerade nach dem 9. November an die Würde und Rechte jedes Menschen erinnert, die in unserem Land 1938 grausam missachtet wurden, als die Shoah ihren Anfang nahm. Und zugleich sehen wir die Möglichkeiten, dass Unrecht und Gewalt überwunden werden können, wenn wir an 1989 zurückdenken. Deshalb feiern wir dieses Totengedenken als Friedensfest.“
Nach den Fürbitten durch Pfarrer Philipp Werner und Thorsten Böhme ergriff Bürgermeister Andreas Friedrich für die Marktgemeinde das Wort. Die Namen der Gefallenen und Vermissten der Gemeinde Prien würden die historischen Ereignisse greifbar und persönlich machen. Es seien Menschen mit Träumen gewesen, deren Familien zurückblieben. Heute ginge es aber nicht nur um die Soldaten, die in den Weltkriegen ihr Leben verloren haben, sondern es werde an alle Opfer von Vertreibung, Terror, politischer Verfolgung, Rassenhass, totalitärer Gewalt gedacht, ebenso an Zivilisten, die durch Kriege starben. Im Anschluss an die Ansprache legte Bürgermeister Friedrich zusammen mit den Gemeinderäten Peter Fischer, Leonhard Hinterholzer und stellvertretend für die Fahnenabordnung Priener Vereine mit Gabi Schleich und Mathias Heider von der Sudetendeutschen Landsmannschaft zwei Kränze nieder. Dann wurden die Fahnen gesenkt und zu den Klängen der Priener Blaskapelle schossen die Gebirgsschützen einen Ehrensalut.