Staudach-Egerndach – Der Kindergarten, beheimatet in Staudach-Egerndach im großen Grundschulgebäude mit eigenem Eingang im hinteren Bereich, wird erweitert. Die ersten Planungen hierzu stellte Toni Entfellner vom „Architekturbüro Intec“ dem Gemeinderat vor. Auch eine grobe Kostenschätzung für den Anbau und Umbau des bestehenden Kindergartens mit 1,34 Millionen Euro stehen im Raum. Nachdem zehn Kindergartenplätze für Staudach-Egerndacher Kinder im Grassauer Kindergarten bis 2027 wegfallen, da der Gemeinde diese Plätze gekündigt wurden und von der Gemeinde Grassau selbst benötigt werden, muss Staudach-Egerndach nun tätig werden.
65 Quadratmeter
zusätzlich
Wie Bürgermeisterin Martina Gaukler erinnerte, wurde viel besprochen und angesehen. Nun sei es Zeit, das weitere Vorgehen zu beschließen und über die Arbeit des Kigas zu entscheiden. Sie betonte, dass das jährliche Defizit eines Kindergartens von der Kommune zu tragen ist und dieses Defizit bei Waldkindergärten besonders hoch sei. Zudem benötige ein Waldkindergarten noch mehr Personal. Konventioneller Kindergarten und Waldkindergarten können sich zudem bei Mangel nicht mit Personal aushelfen. Man müsste sich dann zwei komplett autarke Kindergärten leisten. Folglich komme nur ein Hauskindergarten als Anbau in Frage. Mit der Möglichkeit eines Anbaus habe sich nun Architekt Toni Entfellner beschäftigt. Dieser zeigte den aktuellen Grundriss des Kindergartens, wobei der große Gang als Bewegungsraum dient. Dieser Spielflur sei bei einem eingruppigen Kindergarten zulässig, jedoch nicht bei einem zwei-gruppigen Kindergarten. Bei zwei Gruppen wird ein Bewegungsraum notwendig. Der im Bestandsgebäude als Musikraum genutzte Bereich könne als weiterer Gruppenraum umgebaut werden. Auch an Nebenräumen und Differenzierungsbereichen mangelt es nicht. Der Brandschutz sei durch die Abgrabungen gegeben. Vor wenigen Jahren wurde der Kindergarten so ertüchtigt, dass der Kellerbereich freigelegt wurde und die Kinder so ebenerdig über große Türen in den großzügigen Garten gelangen. Das kommt der Planung und dem Anbau nun zugute.
Entfellner zeigte, dass ein Anbau im Bereich, wo derzeit der Eingang ist, sinnvoll wäre. Hier sollte der Anbau mit einem großen Vordachbereich geplant werden. Dieser Anbau würde als Bewegungsraum dienen und könnte durch große Falttüren zum Garten geöffnet werden. Vom Foyer würde sich ein direkter Zugang zum Bewegungsraum bieten. Dieser zusätzliche Raum mit 65 Quadratmetern könnte zudem der Grundschule oder auch der Dorfgemeinschaft außerhalb der Kindergartenzeiten als Treffpunkt dienen. Man könnte den Raum, der sich vom Kindergarten abtrennen lässt, multifunktional nützen. Zudem sei ein eigenes WC bei öffentlicher Nutzung geplant. Eventuell wäre der Raum für den Musikunterricht nutzbar. Er, so Entfellner, würde den Anbau mit einem Flachdach so konstruieren, dass ein Aufstocken, sofern nötig, ohne großen Aufwand möglich wäre. Mit einem begrünten Flachdach könne zudem Regenwasser zurückgehalten werden.
Michael Hofer fehlt eine Küche, die sowohl für die Kinder wie für das Personal wichtig sei, auch um bei einer Nachmittagsbetreuung Essen zu erwärmen. Er gab zu bedenken, dass eine Aufstockung möglicherweise sofort sinnvoller wäre, da man sich dann die Kosten für das Flachdach sparen könne.
Der Architekt zeigte die voraussichtlichen Kosten des Anbaus und Umbaus bis zur großen Verglasung zum Pausenhof der unterschiedlichen Gewerke auf und kam brutto, also inklusive der Einrichtungen für einen zweigruppigen Kindergarten, technischer Anlagen und Ausgestaltung mit Neuanlage des Gartens, auf insgesamt 1,34 Millionen Euro. Eine mögliche Förderung zwischen 35 und 45 Prozent sei noch nicht abgezogen. Eine Aufstockung sei noch nicht berechnet.
Begrüntes
Dach
Zunächst müsse der Bedarf einer baulichen Erweiterung anerkannt werden. Dies diene dann als Grundlage einer Entwurfsplanung. Einstimmig entschied das Gremium, die Notwendigkeit einer baulichen Erweiterung des Kindergartens anzuerkennen. Die Mittel hierfür werden in den Haushalt 2026 eingestellt. Die Weichen für einen Erweiterungsbau des Kindergartens sind damit gestellt.