Prien – „Prien on Ice“ ist eröffnet und lockte am Samstagabend Hunderte auf den Wendelsteinplatz. Nach Bauarbeiten am zentralen Ortsplatz zwischen Rathaus und Bahnhof gibt es in diesem Jahr einige Neuerungen.
Bürgermeister Andreas Friedrich stand mit seinem Stellvertreter Michael Anner bereit zum Foto. Vor ihnen saß Priens Tourismuschef Tobi Huber auf einer tierischen Stehhilfe für den glatten Untergrund auf Schlittschuhen, die er fürs Foto in den Händen hielt.
Da packte es Friedrich und er schob Huber auf der Eisfläche vor rund 300 bis 400 Menschen im Kreis. Anner – der Einzige der drei auf Schlittschuhen – schob Friedrich mit an. Auf der frisch eröffneten Eisfläche haben alle ihren Spaß.
Die Fläche ist mitten in Prien auf dem Wendelsteinplatz aufgebaut. „Es sind mehr Leute gekommen als im vergangenen Jahr“, schätzt Friedrich nach der offiziellen Eröffnung gegenüber der OVB-Heimatzeitungen.
Dies zeige, dass das Event gut angenommen werde, Neugier spiele auch eine Rolle. Dabei ist einiges neu im Vergleich zum Vorjahr: Es gibt keine Schirmbar mehr, stattdessen ist an der nördlichen Seite, zwischen Eisfläche und dem schmalen Fußweg, ein dauerhaft, frisch installierter Holzsteg. Mit zwei Imbissbuden an den Stirnseiten. Der Holzsteg ist nach rund drei Monaten Bauzeit pünktlich fertig geworden.
Bürgermeister Friedrich weist darauf hin, dass heuer mehr Platz zwischen Eingang zur Eisfläche und dem Schlittschuhverleih sei. Die Priener Vereine haben sich wie im Vorjahr an einem Winterwald beteiligt, indem sie Tannen zwischen Eisfläche und Parkplatz schmückten.
Schon vor der offiziellen Eröffnung durch Huber und Friedrich wimmelt es auf der Eisfläche mit rund 30 Kindern und einigen Erwachsenen. Kurz nach 18 Uhr betreten Friedrich, Huber und Anner dann die Fläche. Sie bedankten sich bei den Partnern und Unterstützern von Prien on Ice, das noch bis 8. Februar laufen soll.
Aus dem letztjährigen Eisstock-Turnier wird in dieser Saison eine Minirunde mit drei Spieltagen, das Finale dann am letzten Tag von Prien on Ice.
Anschließend heizte das ortsansässige Tanzzentrum Ziegler mit verschiedenen Tänzen und Choreos ordentlich ein – darunter ein Tanz von allen rund 40 Beteiligten auf das eigens gebastelte Lied „Prien on Ice – wir drehen uns im Kreis“. Dass auf dieser Eisfläche mehr als nur Im-Kreis-Drehen möglich ist, bewiesen drei junge Eiskunstläuferinnen des ERC Bad Aibling. Anschließend war die Fläche wieder für alle frei und unter Partymusik, Discolicht, Kunstnebel und -blasen, war die Fläche ruck zuck wieder voller Kufenfans.
Beim genaueren Hinsehen fällt auf, dass die Schlittschuhe manchmal etwas stocken. Das liegt daran, dass es sich um keine echte Eisfläche handelt, sondern um eine synthetische, wie es Huber vom Tourismusbüro nennt. Er vergleicht die Platten mit einem Joghurtbecher.
Auf den Plastikplatten könne aber gut gefahren werden, „man muss nur in Kauf nehmen, dass die ersten zwei, drei Minuten die Kufen richtig angewärmt werden müssen – dann geht‘s.“ Dass es keine echte Eisfläche ist, hat einen einfachen Grund: Die 400 Quadratmeter große Fläche würde zum Kühlen so viel Strom brauchen wie 80 bis 100 Haushalte.
„Wir haben diverse Hersteller verglichen, wir sind zufrieden. Wichtig ist, dass die Schlittschuhe gut geschliffen sind. Auch wenn der Seitenhalt auf echtem Eis natürlich besser ist“, erklärt Huber. Auf dem künstlichen Untergrund lassen sich auch keine Höchstgeschwindigkeiten erreichen. „Nicht gleich aufgeben, sondern durchziehen“, ist Hubers abschließender Tipp. Über die Kosten für die Gemeinde verweist Friedrich auf Huber, der will dazu lieber nichts sagen. Durch die Unterstützung der Partner komme ein mittlerer fünfstelliger Betrag zusammen.
Ein Erfolg sei die zweite Auflage von Prien on Ice jetzt schon.
„Wenn es den Leuten ein kleines bisschen besser gefällt als im Vorjahr, dann sind wir zufrieden“, sagt der Tourismusleiter Priens, der schon viel positive Rückmeldung bekommen habe, und ergänzt: „Es geht auch nicht nur ums Eis, sondern dass in Prien was geboten ist, dass es was gibt, wo sich die Leute treffen, was trinken und einfach alle Altersgruppen Spaß haben können.“
Bewirtet wird eine Hütte vom Luitpold am See, angeboten werden unter anderem Flammkuchen, die andere Hütte ist zum Scherzl Glühgarten umfunktioniert und bietet heiße Vinschgerl und Lebkuchen an. In beiden Hütten gibt es ein umfassendes Getränkeangebot.
Nächster Programmpunkt ist am 6. Dezember die Nikolausparty.