Prien – Über 1,6 Millionen Aufrufe auf Instagram, große Begeisterung für ein echtes Herzensprojekt: die neue Quarterpipe am Priener Skatepark, von Skatern für Skater gebaut. Nicht von den Teenagern in den weiten Hosen. Nein, ihre Vorgänger waren am Start. Initiator Quirin Staudt ist 36 Jahre alt und immer noch mit Begeisterung Skater. „Das ist mein Fitnessstudio“, sagt er lachend.
Begeistert von der Reak-
tion des Bürgermeisters
Quirin Staudt war, wie so viele seiner alten Crew, jahrelang weg aus Prien, lebte in Berlin. Jetzt ist er zurück und wollte sich den Traum von der Quarterpipe endlich verwirklichen. Die sei nämlich beim Bau des Skateparks vergessen worden. Da ein großer Teil der alten Truppe mittlerweile wieder in Prien und Umgebung lebt, hatte Staudt seine Mannschaft schnell beieinander. Zum engagierten Bauteam zählten neben Staudt auch Kai Naumann, Rafael Eigner, Lukas Staudt, Philipp Pelzl, Flo Ganter und Julian Riefer. Unterstützung kam zudem von Platzwart Thomas Jirka, der mit Werkzeug, Strom und Fachkenntnis half.
„Easy, nett, kooperativ“ war das Miteinander, sagt Staudt, der immer noch begeistert ist, wie schnell die Sache angeleiert war. „Ich finde es sehr cool, dass der Bürgermeister so mitgezogen hat, sofort dabei war“, sagt Staudt über die Reaktion des annähernd gleichaltrigen Andreas Friedrich, der Staudt und seiner Crew spontan zusagte, die Materialkosten zu übernehmen. 450 Euro waren es letztlich nur, unter anderem für 23 Säcke Beton. Das benötigte Werkzeug stellte „See Optik“ Staudt zur Verfügung.
Das Bauteam investierte insgesamt rund 60 Stunden in Planung und Bau.
Tipps von den
Kumpels aus Berlin
Alleine Staudt brachte dabei 40 Arbeitsstunden ein. Er hatte Telefonjoker in der Ferne: Die Kumpels in Berlin, die viel selber bauen, „haben uns super Tipps gegeben. Dadurch konnten wir Fehler vermeiden.“
Die Eröffnung am Skatepark fand laut Angaben der Organisatoren trotz kurzer Vorlaufzeit großen Anklang. „Die Stimmung war ausgelassen, das Feedback durchweg positiv“, so die Veranstalter. Besonders die jüngeren Skater nutzten die Gelegenheit, ihr Können auf der neuen Quarterpipe unter Beweis zu stellen.
Auch Bürgermeister Andreas Friedrich war vor Ort und betonte in seiner Ansprache, wie sehr er die Eigeninitiative der Skater schätzt: „Ich möchte mich ganz herzlich bei den Initiatoren bedanken. Solch eine Eigeninitiative ist genau das, was unsere Gesellschaft braucht – nicht immer nur fordern, sondern auch selbst anpacken und gestalten. Dieses Projekt ist ein tolles Beispiel dafür, was entstehen kann, wenn Gemeinschaft und Tatkraft zusammenkommen“, so Bürgermeister Andreas Friedrich.
Der Skatepark Prien ist dank seiner Granit-Bauweise bereits einzigartig in der Region; die neue Quarterpipe ergänzt das Gelände nun ideal. Dennoch gibt es laut Meinung vieler Skater bereits einen neuen Wunsch für die Zukunft: „Eine Mini-Rampe fehlt uns allen. Sie würde den Park perfekt abrunden.“ Denn die alte „Miniramp“ wurde abgerissen, als Quirin Staudt und seine Truppe nicht in Prien lebten. „Wir haben alle ganz schön blöd geschaut, als die weg war“, sagt Staudt.
Junge Generation
macht große Sprünge
Die „Miniramp“ können sie aber nicht so einfach selber bauen, das wäre wahnsinnig aufwendig, „und wir sind jetzt alle voll berufstätig.“ Klar wollen sie versuchen, die jüngere Generation mit einzubinden, „klappt schon ganz gut“, aber bei der „Miniramp“, geeignet für alle Altersklassen, müssen Profis mit ran. Es gibt laut Staudt auch Firmen, die Bausätze und Mithilfe anbieten. Aber auch wenn die Priener Skater selbst mit anpacken, unter 8.000 Euro wird es nicht gehen, je nach Bauart können es bis zu 15.000 Euro werden.
Quirin Staudt ist schon auf der Suche nach Geldgebern, denn: „Wir wollen die ,Miniramp‘ wieder!“