Prien – Zeugen beobachteten vergangenen Samstag gegen 20.45 Uhr drei Frauen an der Staufenstraße, wie sie mithilfe eines präparierten Wanderstocks Kleider aus einem Altkleidercontainer entwendeten. Diese kontaktierten die Polizeiinspektion Prien, deren Polizeibeamte die drei Frauen im Alter von 46, 43 und 28 Jahren noch vor Ort antrafen und vorläufig festnahmen.
Auf frischer
Tat erwischt
Die Polizisten leiteten ein Ermittlungsverfahren wegen besonders schweren Falls des Diebstahls ein. Nachdem alle drei Tatverdächtigen einen festen Wohnsitz in Deutschland haben, setzten die Beamten nach dem Abschluss der polizeilichen Maßnahmen die Frauen wieder auf freien Fuß. Sollte die Staatsanwaltschaft zu der Entscheidung kommen, dass die Tat strafrechtlich relevant ist, können hier empfindliche Strafen drohen. „Bei Diebstahl liegen die Strafen in der Regel bei einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren, in schweren Fällen bei zehn Jahren. Für einen schweren Fall wurde sich entschieden, weil sie dafür extra einen Wanderstock präpariert haben“, so die Auskunft der Polizeiinspektion Prien. Warum die Damen versucht hatten, aus dem Altkleidercontainer zu stehlen, ist nun Teil der Ermittlungsarbeit. „Die Container sind so gebaut, dass man da mit der Hand eigentlich nicht hineingreifen kann. Außer man ist besonders schmal, hat da auch kein Mensch Platz“, schildert die Polizei. Deshalb hätten es die Frauen mit einem extra dafür präparierten Wanderstock versucht. Welches Motiv sie dabei hatten, ist noch unklar.
Rechtlich gilt: Ist die Altkleidung einmal im Container gelandet, ist sie Eigentum des Unternehmens, das den Container verwaltet. Wer daraus also Kleidung entwendet, macht sich des Diebstahls strafbar.
Das entwendete Diebesgut haben die Polizeibeamten wieder in den Altkleidercontainer eingeworfen. Unüblich sind solche versuchten Diebstähle nicht und für die Betreiber meist ein Ärgernis.
Der Altkleidercontainer in der Staufenstraße wird von der Kolpingfamilie betreut, die 26 Container betreibt. Der Besitzer der Container ist die Firma Lorenz-Wittmann in Geisenhausen, die sich um den Weiterverkauf der Kleidung kümmert und der Kolpingsfamilie den Erlös zukommen lässt.
„Es kommt immer wieder zu Diebstählen. Größtenteils kommt es dann nicht zur Anzeige, weil wir keine Personalien haben und wer in einen Altkleidercontainer steigt, den spreche ich auch nicht an. Man weiß ja nicht, wie derjenige reagiert“, so Paul Mehlhart von der Kolpingsfamilie Prien.
Immer wieder
Diebstähle
Für Probleme sorgen auch Personen, die Säcke aufreißen, die auf der Einwurfklappe liegen: „Da wird dann herausgesucht, was gefällt, und der Rest liegengelassen. Besonders unschön zum Aufräumen ist das, wenn die Kleidung dann nass vom Regen ist.“