Grabenstätt – Einstimmig hat der Grabenstätter Gemeinderat dem Vereinbarungsentwurf zur Finanzierung der Sparte „Tourismus in der Chiemgau GmbH“ für die Jahre 2026 bis einschließlich 2030 zugestimmt. Die aktuell noch geltende Finanzierungsvereinbarung des Landkreises Traunstein und aller 35 Städte, Märkte und Gemeinden endet zum Jahresende 2025. Die neue Vereinbarung sieht eine Erhöhung des Umlagebetrages von 0,125 auf 0,15 Euro je Übernachtung vor. Da es von 1. November 2023 bis 31. Oktober 2024 in der Gemeinde Grabenstätt insgesamt 61.375 Übernachtungen waren, steigt der Umlagebetrag damit für 2026 um 1.534,38 Euro auf 9.206,25 Euro. Als Basis für die Berechnung gelten nämlich die Übernachtungszahlen des jeweils vorletzten Tourismusjahres. Die Umlagen der Kommunen und der Tourismuszuschuss des Landkreises in Höhe von einer Million Euro seien die Grundlage des Tourismus-Marketings im Chiemgau, betonte Bürgermeister Gerhard Wirnshofer (BG/FW). Um für die Zukunft gerüstet zu sein, beabsichtige der Landkreis, den Zuschuss für 2026 und 2027 um zehn und ab 2028 um 20 Prozent zu erhöhen. Begründet werde die Anpassung damit, dass die Beiträge der Städte und Gemeinden sowie der Zuschuss des Landkreises seit 2009 nicht angepasst worden seien. Angesichts gestiegener Kosten und des erweiterten Aufgabenspektrums sei für eine erfolgreiche zukünftige Betreuung und Entwicklung des Tourismus im Chiemgau die Folgefinanzierung der Tourismussparte die entscheidende Grundlage, zitierte der Bürgermeister die Verantwortlichen in der Chiemgau GmbH. So seien etwa die Personalkosten im Zeitraum 2009 bis 2025 laut TVöD um 54 Prozent gestiegen und das bei gleichzeitiger Reduktion der Personalkapazitäten und einem gesteigerten Aufgabenspektrum. Durch die Verschmelzung des „Chiemgau Tourismus“ und der „Chiemgau GmbH“ seien bereits Synergien im Bereich Buchhaltung, Verwaltung und Büro-EDV sowie Ausschreibungen entstanden, von denen alle profitierten, so Wirnshofer. Gerade angesichts des Wandels im Tourismus seien die Umstrukturierungen dringend notwendig. So hätten sich etwa die Ansprüche von Urlaubsgästen gravierend verändert und es gebe ein verändertes Such- und Buchungsverhalten und eine Vielzahl neuer Medien und Aufgaben, die die Arbeit der Touristiker veränderten, betonte Wirnshofer. Dass das Ganze auch Geld koste, liege auf der Hand. Christl Stefanutti (CSU) verwies vor dem positiven Beschluss auf die erfolgreiche Arbeit des „Chiemgau Tourismus“, von der nicht nur die hiesigen Gastgeber, sondern auch die Kommunen profitierten. Tatsächlich hätten sich die Übernachtungszahlen in der Region seit 2009 positiv entwickelt und bei der Aufenthaltsdauer ist der Chiemgau bayernweit führend. Die Bekanntheit der Marke Chiemgau in Deutschland sei von 2009 bis 2020 von 59 auf 74 Prozent gestiegen und der touristische Umsatz von 2014 bis 2024 von 493 auf 685 Millionen Euro. mmü