Ruhpolding – Bei der gut besuchten Aufstellungsversammlung der Freien Wähler im Hotel Ruhpoldinger Hof wurde einstimmig Xaver Utzinger zum Bürgermeisterkandidaten gewählt, der auch die Liste anführt. Unter der Wahlleitung des Kreisvorsitzenden der Freien Wähler (FW), Dr. Lothar Seissiger, und der Bezirkstagsabgeordneten Barbara Stein aus dem Landkreis Rosenheim stellten sich alle Kandidaten vor. Die ersten drei Kandidaten, Xaver Utzinger, der langjährige CSU-Ortsvorsitzende Wolfgang Heigermoser und Ralf Gstatter, waren gemeinsam vor rund einem Jahr aus der CSU-Fraktion ausgetreten, behielten aber ihr Mandat im Gemeinderat. Nun sind alle drei die ersten Kandidaten auf der neuen FW-Liste.
Xaver Utzinger, 43 Jahre, ist Lehrer für Mathematik und Sport am Chiemgau Gymnasium in Traunstein. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. Als gebürtiger Ruhpoldinger wuchs er in einer Familie auf, die sich immer in der Gemeindepolitik engagierte, so sein Vater Xaver, der die Herzsportgruppe leitete und lange in der Gemeinde im Finanzwesen arbeitete, oder sein Onkel, Norbert Wagner, jahrzehntelang Geschäftsleiter der Gemeinde Ruhpolding.
Xaver Utzinger selbst saß zehn Jahre lang für die CSU im Gemeinderat, fünf Jahre als Fraktionssprecher, bis er vor rund einem Jahr aus der CSU austrat und den Ortsverband der FW wiederbelebte. Als Grund nannten alle drei bei ihrer Vorstellung, dass sie die ursprünglichen Interessen und Positionen der CSU unter der neuen Führung in Ruhpolding nicht wiedererkannt hätten. Alles, was in den vergangenen sechs Jahren passiert sei, müsse dringend hinterfragt werden, insbesondere die Zukunft des Kurhauses. „Wir haben die Möglichkeit, wieder die Nummer eins im südostbayerischen Raum zu werden“, so Utzinger. Wenn es dem Tourismus gut gehe, der auch sehr viel mit den Ehrenämtern zu tun habe, dann gehe es auch dem Gewerbe und der Gastronomie gut, wie es jahrzehntelang früher gewesen sei. Zweiter Kandidat auf der FW-Liste ist Wolfgang Heigermoser, 47, verheiratet, zwei Kinder und selbstständiger Konditormeister. „Wir waren ein besonderes Dorf und nach außen eine Marke – und die haben wir verloren“, begründete er seine Entscheidung, Utzinger zu unterstützen.
Dritter auf der Liste ist Ralf Gstatter, 51, verheiratet, zwei Kinder, Lehrer und Konrektor an der Mittelschule Ruhpolding. Er war 14 Jahre in der CSU-Fraktion, habe aber mit den beiden anderen „Dissidenten“ als einzige gegen den vorgelegten Haushalt gestimmt, denn „wenn weiter so Kommunalpolitik in Ruhpolding betrieben wird“, sterbe das Dorf aus, die Jugend würde abwandern, weil sie keine Chancen im Ort mehr sähen.
Nach sechs Jahren Pause als Gemeinderat kandidierte Hermann Feil, 59, verheiratet, drei Kinder, wieder. Er ist Verwaltungsangestellter beim Staatlichen Bauamt in Traunstein, war 18 Jahre lang Vorsitzender des Trachtenvereins D’Miesenbacher, lange Vorsitzender des Skiclubs. Nachdem er in den letzten Jahren ein großes Haus gebaut habe und seine Kinder versorgt seien, habe er jetzt wieder gut Zeit, im GR mit anzupacken.
Fünfter auf der Liste ist Markus Hofmann, 50 Jahre, verheiratet, zwei Kinder und IT Business-Manager. Er ist seit Langem DLRG-Vorsitzender. Nach dem Ausscheiden von Siegi Haitzer aus dem Gemeinderat sei er in das Amt des Jugendbeauftragten nachgerückt und habe festgestellt, dass es für die Jugendlichen in der Gemeinde viel zu tun gäbe. „Ich will mein Ruhpolding zurück“, sagte auch er.gi