Die Weiblichkeit der Demokratie

von Redaktion

Politischer Landfrauentag in Bergen mit Europaabgeordneter Christine Singer als Festrednerin

Bergen – Zusammenkommen, gemeinsam Gottesdienst feiern, sich unterhalten und einen Tag gemeinsam genießen, dafür steht der alljährliche Landfrauentag, den Kreisbäuerin Christine Schuhegger gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands, Dr. Tanja Sigl, und den Damen aus den Ortsverbänden meisterlich im Bergener Festsaal organisierte. In diesem Jahr zeigten sich die Damen von ihrer politischen Seite und warben für Zusammenhalt. Der volle Saal war wieder ein Indiz dafür, wie beliebt dieses Zusammentreffen der Landfrauen ist.

„Demokratie ist nicht
selbstverständlich“

Pfarrer Michael Brüderl aus Tacherting zelebrierte den Gottesdienst im Festsaal, der musikalisch vom Landfrauenchor mit feinem Gespür gestaltet wurde. Nach einem gemeinsamen Mittagessen wandte sich die Kreisbäuerin an ihre Landfrauen und Gäste, nahm das Thema des Tages Demokratie auf und sprach aus ihrer Sicht. In diesen Tagen spüre man, dass etwas besonders ist, sagte sie. In der Gemeinde, im Miteinander mache Demokratie stark und doch spüre man, dass diese Demokratie gefährdet ist. „Demokratie ist wichtig, ist nicht selbstverständlich, muss gepflegt werden“, sagte sie und betonte, dass Demokratie mit Respekt beginne. Sie forderte zum Zuhören auf und für das Einstehen miteinander und füreinander. „Die Demokratie ist weiblich“, war Schuhegger überzeugt. Sie verglich Demokratie mit dem Leben auf den Höfen, die gemeinsam bewirtschaftet werden und dem Preisdruck standhalten müssten, was durch den Zusammenhalt gelänge. Lob erfuhren die Damen für ihre alltägliche Arbeit von Landrat Andreas Danzer. Er sprach den Landfrauen Verantwortungsbewusstsein und Zusammenhalt, Bodenständigkeit und das Denken in Jahreszeiten und somit das Wissen, dass Erfolg nicht über Nacht kommt, zu. Freiheit habe auch mit Verantwortung zu tun und dies sei der Kern der Demokratie. Demokratie sei stark, wenn mit Herz, klarer Haltung und gesundem Menschenverstand gearbeitet wird. „Bleibt laut und selbstbewusst“, so Danzer.

Früher, als Landrat, war für Bundestagsabgeordneten Siegi Walch der Landfrauentag immer ein besonderer Termin und auch in diesem Jahr stattete er den Damen seinen Besuch ab. „Ihr seid die beste Vertretung und das herzlichste Gesicht, das unsere Heimat hat“, so Siegi Walch. Landwirtschaft sei für ihn eine Herzensangelegenheit. Zur Demokratie gehöre für ihn auch, vor Augen zu führen, wenn etwas in eine positive Richtung geht und sprach von einem Politikwandel, vom Helfen Geflüchteter und Verfolgter, wo nötig, aber nicht grenzenlos. Einen Politikwechsel gab es auch in der Agrarpolitik, wobei Vertrauen in die Landwirtschaft wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt wurde.

Schließlich war es an Christine Singer, Landesbäuerin und EU-Parlamentarierin, auf die Demokratie zu blicken. Für die Demokratie sei es wichtig, zusammenzukommen, in echt und nicht in sozialen Medien miteinander zu reden. Die Frauen seien seit Generationen die tragenden Säulen auf den Höfen. Demokratie brauche auch Wertschätzung. Ein Thema seien Alltagskompetenzen. Dies habe etwas damit zu tun, wie resilient eine Gesellschaft sei. „Unsere Freiheit und unser Leben sind hart erkämpft“, betonte sie, rief dabei die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in Erinnerung und wie damals miteinander Wohlstand aufgebaut worden sei. Wer nicht für sich sorgen könne, werde mitgetragen. Doch das System kippe und die Leute, die unzufrieden seien, würden mehr und diese wollten eine Änderung, erklärte Singer. Hier sei es wichtig, ein Zeichen zu setzen.

Nach der beeindruckenden Rede überreichte die Kreisbäuerin noch einen Scheck an die Landesbäuerin Christine Singer für den bäuerlichen Hilfsdienst in Höhe von 2.000 Euro, gespendet von der Landfrauenhilfe Traunstein. 2.885 Euro überreichte Kreisbäuerin Maria Krammer an die Landesbäuerin ebenfalls zur Verwendung für den bäuerlichen Hilfsdienst. Weitere 1.000 Euro erhielt die Lebenshilfe Traunstein von der Landfrauenhilfe Traunstein.

Singspiel
zum Abschluss

Zum Schluss gab es noch ein lustiges Singspiel, in dem sich die Landfrauen Monika Meitinger, Bernadette Rosenegger und Bärbel Rieder einen „Bauern zum Mann und sogar den Siegi zum Mann wünschten“ und mit ihren Gesangskünsten und ihrer Parodie für herzliches Lachen im Publikum sorgten.

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