„Gehen vom selben Täter aus“

von Redaktion

Falscher Polizist spricht Kinder in Traunstein an – 38-Jähriger festgenommen

Traunstein Es passierte am 12. November gegen 18 Uhr an der Kreuzstraße im Traunsteiner Westen: Ein Mann gab sich fälschlicherweise als Polizist aus und sprach ein achtjähriges Mädchen an. „Er soll es zu Berührungen mit sexuellem Hintergrund aufgefordert haben“, so die Polizei vorige Woche weiter. Die Mutter meldete den Vorfall. Umso auffälliger: Nur zwei Stunden zuvor soll mit einem Buben in der Innenstadt etwas Ähnliches passiert sein.

Anscheinend gab es in den vergangenen Wochen noch wesentlich mehr solcher Fälle, wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd jetzt auf Nachfrage der Chiemsee-Zeitung bekannt gibt: Seit Mitte Oktober seien insgesamt siebenmal Kinder im Traunsteiner Stadtgebiet verdächtig angesprochen worden. Von zumindest so vielen Fällen weiß man bei den Beamten. „Und wir gehen davon aus, dass es immer derselbe Mann war“, so Polizei-Pressesprecherin Lisa Maier. Seit dem jüngsten Fall am 12. November sei aber nichts mehr dergleichen gemeldet worden. Maier stellt auch klar: Der Fall mit dem achtjährigen Mädchen sei der einzige gewesen, bei dem es mutmaßlich auch zu einer Straftat gekommen ist – versuchter sexueller Missbrauch. Die anderen Meldungen bewegten sich wohl unterhalb dieser Schwelle. „Wir haben aber selbstverständlich alle Meldungen sehr ernst genommen und auch schon vor dem 12. November reagiert, zum Beispiel mit erhöhter Polizeipräsenz“, so Lisa Maier. Genauer wollte sich die Polizei zu den Maßnahmen wegen ihrer Einsatztaktik nicht äußern. Nun wurde Haftbefehl gegen einen dringend tatverdächtigen 38-Jährigen gestellt und dieser festgenommen.

Zuvor hatte sich die Traunsteiner Polizei auch an die örtlichen Schulen gewandt und dabei informiert, sensibilisiert und Flyer zur Verfügung gestellt. Auch Selbstbehauptungskurse würden an den Schulen immer wieder angeboten.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei: „Sensibilisieren Sie Ihre Kinder bezüglich des Mitgehens und Mitfahrens bei Fremden und des Verhaltens bei einem Ansprechen durch Unbekannte. Im Zweifel sollen Kinder laut um Hilfe rufen. Beteiligen Sie sich nicht an Spekulationen in den sozialen Medien oder Whatsapp-Gruppen. Informieren Sie bei verdächtigen Wahrnehmungen direkt Ihre örtliche Polizeidienststelle oder den Polizeinotruf 110.“

Xaver Eichstätter

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