Ein Vereinsheim für 300.000 Euro

von Redaktion

Bürgermeister Michael Lorenz präsentiert die Vorhaben der Gemeinde Inzell

Inzell – Viele Besucher, interessante Vorträge und eine übersichtliche Darstellung der Gemeinde Inzell gab es bei der diesjährigen Bürgerversammlung im Festsaal. Bürgermeister Michael Lorenz nannte die Vorhaben für die Zukunft. Vermögensberater Wolfgang Schweißgut berichtete über die Fritz-und-Brigitta-Gastager-Stiftung und die Möglichkeiten des Handelns.

200 Personen kommen
in den Festsaal

Bei seiner zweiten Bürgerversammlung als Bürgermeister zeigte sich Inzells Rathauschef Michael Lorenz begeistert, dass so viele Bürger den Weg in den Festsaal gefunden haben. Die Versammlung war mit über 200 Leuten gut besucht und das Gemeindeoberhaupt sagte: „Es hand wirklich narrisch vui Leid do. Des gfreid mi und des zoagt des Interesse an der Gemeindearbeit.“

Michael Lorenz berichtete über die positive Entwicklung in der Gemeinde Inzell und gab einen Ausblick für die nächste Zeit. Die Einwohnerzahl von Inzell war Ende des Jahres 2023 bei 5016 Hauptwohnsitzen und 300 Nebenwohnsitzen. Allerdings sind diese Zahlen laut Zensus (statistische Erhebung) deutlich unter 5000. „Es ist dahingehend immer noch keine Entscheidung gefallen, doch wir werden uns das nicht gefallen lassen. Schließlich geht es um viel Geld und wir brauchen das Geld!“, so das Gemeindeoberhaupt.

Durch den Tod von Brigitta Gastager ist das Stiftungsvermögen stark angewachsen und im Herbst 2024 machte man sich an die Arbeit, um das Ganze rechtlich abzusegnen und die Aufbauorganisation der Stiftung an die Größe des Stiftungsvolumens anzupassen. Vermögensberater Wolfgang Schweißgut leitet die Arbeit. Das Stiftungsvermögen ist aufgeteilt in Aktien, Gold, Anleihen sowie Immobilien. Das Anlageziel ist eindeutig definiert: Werterhaltung nach Inflation und Kosten und Erfüllung des Stiftungszwecks. Profitieren sollen gemeinnützige Vereine, bedürftige Bürger sowie die Förderung kultureller Einrichtungen innerhalb der Gemeinde. Derzeit wird ein neues Vereinsheim im Kurpark errichtet und dies soll zu Ehren von Brigitta Gastager sein. „Frau Gastager wollte immer ein Teil von Inzell sein, jedoch keineswegs mit einer Statue gewürdigt werden. Mit dem neuen Vereinshaus können wir im Sinne von Frau Gastager wirken, denn sie hat es verdient, dass ihr Name lebendig bleibt. Sie hat immer mit Weitsicht gedacht, und wir wollen uns erkenntlich zeigen“, so Lorenz aus. Das Vereinshaus können Vereine für Versammlungen oder Brauchtumsabende und auch die Gemeinde nutzen. Die Kosten belaufen sich laut Lorenz auf circa 300.000 Euro.

Weiter ging es mit den Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde im vergangenen Jahr. Die Haupteinnahmen im Verwaltungshaushalt von 20,49 Millionen Euro (ein kleines Plus gegenüber dem Vorjahr) nannte Lorenz ebenso wie die Ausgaben. Im Vermögenshaushalt lagen die Einnahmen bei 9,34 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung würde in diesem Jahr wieder leicht sinken, jedoch steht die Entscheidung wegen des Zensus noch aus.

Im katholischen Kindergarten wurden 2024 184 Kinder in vier Gruppen betreut (eine Gruppe ist im Schulhaus untergebracht). Hinzu kommt die Kinderkrippe mit 15 Kleinkindern. Der Kindergarten der Awo (Arbeiterwohlfahrt) umfasst zwei Gruppen und eine Krippe. Seit September 2017 gibt es auch den Waldkindergarten mit inzwischen 25 Kindern, der sich sehr gut etabliert hat. Der Platz um den neuen Wichtelwagen wurde sehr liebevoll gestaltet.

Ein nach wie vor wichtiger Bestandteil für Inzell ist die Grund- und Mittelschule, an der derzeit 172 Schüler in acht Grundschulklassen den Unterricht besuchen und dabei von 18 Lehrkräften betreut werden. Insgesamt 32 Kinder (25 essen täglich) nehmen in Inzell die Möglichkeit der Mittagsbetreuung der Awo (drei Mitarbeiter) in Anspruch.

Umbau der
Bücherei geplant

Eine wichtige Einrichtung in der Gemeinde ist die Bücherei, die sehr gut angenommen werde, so Lorenz. Durch die regelmäßigen Öffnungszeiten kommen sehr viele Leser auch deswegen, weil das Angebot sehr gut ist. Lorenz dankte den ehrenamtlichen Kräften. Die Gebühren für die Weißbacher und Inzeller Kinder werden vom Förderverein übernommen. Geplant ist ein Umbau der Bücherei innerhalb des Rathauses.

Am Ende seiner Ausführungen ging Bürgermeister Lorenz auf die Pläne für die Zukunft ein. Er warb für eine hohe Wahlbeteiligung bei den Kommunalwahlen am 8. März und wies auf die Bedeutung des Festsaales hin, der ebenfalls renoviert werden soll. Weitere wichtige Punkte sind die Straßensanierungen, der Abriss des alten Musikpavillons im Kurpark, das Wasser- und Kanalnetz und der Umbau des Kindergartens.

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