Staudach-Egerndach – Die Wasserversorgung der Gemeinde bleibt auch weiterhin ein wichtiges Thema, wie Bürgermeisterin Martina Gaukler in der jüngsten Sitzung betonte. Beschlossen wurde bereits, dass ein neuer Hochbehälter gebaut wird. Mittlerweile hat sich der Gemeinderat auch eine Alternative zu einem Hochbehälter, nämlich liegende Röhren, angesehen, die wesentlich einfacher zu montieren sind. Der Gemeinderat einigte sich darauf, diese Bauart zu wählen.
Seit bereits dreieinhalb Jahren projektiert die Gemeinde den Hochbehälterbau, erinnerte die Bürgermeisterin. Damals gab es zwar keinen direkten Grund für die Erneuerung. Doch das Alter des Hochbehälters mit über 70 Jahren ließ vermuten, dass in absehbarer Zeit eine Lösung gefunden werden muss. Im März wurde dann entschieden, den Hochbehälter in Edelstahl auszuführen. Seither sei viel passiert. Sie erinnerte an die Verunreinigung des Wassers mit Abkochverfügung und die spätere Aufhebung der Verordnung und nun notwendige Chlorung trotz einwandfreier Wasserqualität. Um Wasser in einwandfreier Qualität aus der Quelle liefern zu können, ist ein Neubau des Hochbehälters angeraten. Der Standort wurde ebenfalls bereits gewählt. Nun geht es um die Ausführung.
„Wir stellen diesen nicht auf, wir legen ihn hin“, sagte Bürgermeisterin Gaukler und informierte über einen Werksbesuch in Kärnten. Hier werden liegende Edelstahlbehälter gebaut. Benötigt werden drei Röhren mit je 100 Kubikmetern Fassungsvermögen. Diese haben einen Durchmesser innen von 2,80 Metern. Der vordere Raum vor der Röhre sei der Technikraum. Vorteil sei, so die Bürgermeisterin, dass kaum Erdarbeiten nötig und die Behälter vorgefertigt geliefert, an Ort und Stelle zusammengebaut und erdüberfüllt werden würden. Diese Bauweise habe mehrere Vorteile. Der Eingriff in die Natur und Landschaft sei geringer als bei stehender Konstruktion, umhüllt mit einem Gebäude. Das Bauwerk sei kaum mehr erkennbar und die Baumfallzone entfalle. Ein wesentlicher Vorteil seien auch die Lieferzeiten. Nach Auftragsvergabe können die Röhren bereits neun Monate später geliefert werden und in einer Bauzeit von ein bis zwei Wochen kann der Behälter in Betrieb gehen. Die Kosten würden sich auf rund 760.000 Euro belaufen. Auch der laufende Unterhalt wäre geringer und durch die Eingrabung bleibt es in den Röhren auch kühler als in einem stehenden Behälter. Georg Hacher, Wasserwerksleiter, betonte, dass ihm die erste konventionelle Planung nicht gefallen habe, da die Bauzeit extrem lang war und die Staudacher-Egerndacher Bürger derzeit unter der Chlorung des Wassers leiden. Diese Bauweise mit Röhren würde, so Hacher, die Herstellung beschleunigen.
Einstimmig entschied sich der Rat für die liegende Variante und für die Auftragserteilung. Damit sind eine Umsetzung und Inbetriebnahme des neuen Behälters in 2026 realistisch. Laut Hacher werden die Röhren im Winter hergestellt. Ab dem Frühjahr könne der Rohrleitungsbau starten.
In der nächsten Sitzung wird dann über die Aufbereitung am Hafenberg informiert. Auch hier schreiten die Planungen voran. tb