„Ich bin mit dem Geschaffenen zufrieden“

von Redaktion

Bei seiner letzten Bürgerversammlung als Bürgermeister listet Ludwig Entfellner seine Erfolge auf

Unterwössen – Rund 130 Bürger kamen zur Bürgerversammlung in die Unterwössner Achentalhalle, der letzten Bürgerversammlung unter Bürgermeister Ludwig Entfellner (CSU). Der überwiegende Teil stand für Vereine, Gemeindegremien und engagierte Gruppen im Ort. Statt – wie in einer Bürgerversammlung üblich – nur das vergangene Jahr zu bilanzieren, weitete Entfellner seinen Bericht auf den gesamten Zeitraum von 2014 bis 2025 aus, seine beiden Amtszeiten. Dabei zeichnete er das Bild einer Gemeinde, die durch Krisen wie Hochwasserschäden, Corona und Gasthausschließungen gestärkt hervorging und heute gut gerüstet in die Zukunft blickt.

Sichtbare
Dorferneuerung

In seinem Rechenschaftsbericht blickte der Bürgermeister auf die Herausforderungen, vor denen Unterwössen damals noch stand. Das Gelände des abgebrannten Gasthofes zur Post war noch nicht wieder bebaut, Hochwasserschäden waren noch in Erinnerung, das Hallenbad war geschlossen, der Hallenbadverein insolvent (2012), Gewerbeflächen standen leer und die Gemeinde kämpfte mit finanziellen Engpässen. „Mit diesen Hypotheken war an eine zielgerichtete Erneuerung unserer Ortsmitte nicht zu denken“, sagte Entfellner. Doch gerade in diesen Krisen hätten Verwaltung, Gemeinderat und Bürgerschaft gemeinsam Lösungen erarbeitet.

Ein sichtbares Ergebnis sei die Dorferneuerung in Unterwössen: In sechs Bauabschnitten wurden Kirchenvorplatz, Friedhof, Alte Dorfstraße, Schulstraße und andere zentrale Bereiche überarbeitet. Ziel war stets, Aufenthaltsqualität zu schaffen und Verkehr, Querungen und Gehwege zu verbessern. Auch die Wiederbelebung des Grundstücks der ehemaligen Brandruine Gasthof zur Post in Form eines modernen Edeka-Markts bezeichnete Entfellner als wichtigen Schritt: „Leben mitten im Ort, ganzwöchentliche Fluktuation, gesicherte Nahversorgung – dafür haben wir Lehrgeld bezahlt, aber es hat sich gelohnt.“

Ein Großprojekt war der Umbau des alten Hallenbads zur heutigen Achentalhalle. „Es war ein Glücksfall“, so Entfellner. 2014 stand die Gemeinde vor 1.800 Quadratmetern leer stehender Fläche. In zahlreichen Workshops, Sitzungen und Gesprächen wurde ein neues Konzept erarbeitet: ein Bürgerzentrum mit Familienzentrum, Vereinsräumen, Veranstaltungshalle, Tourist-Info und Dauerausstellung. 2017 folgte ein einstimmiger Gemeinderatsbeschluss, 2018 der Baubeginn. Die Eröffnung im Herbst 2019 wurde mit einem Musikzug gefeiert. Heute biete die Halle Raum für Lesenächte, Märkte, Hochzeiten, Konzerte und vieles mehr. In der ehemaligen Sauna betreibe der Wössner Regenbogen ein Familienzentrum mit Krippen, Spielstube und Freigelände. Die Tourist-Info im rückwärtigen Bereich präsentiert in einer interaktiven Ausstellung das Thema „Almen im Takt mit der Natur“ – ausgezeichnet mit dem Deutschen Tourismuspreis 2025.

In Oberwössen wurde die alte Schule zu einem funktionalen Begegnungszentrum mit Probenräumen, Bücherei, Jugendraum und Versammlungsstätte umgebaut. Auch zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen wurden umgesetzt: Straßenbau, LED-Laternen, neue Brücken, Mobilfunkversorgung, Glasfaseranschlüsse.

Ein zentrales Thema war die Wasserversorgung. Die Gemeinde übernahm 2023 die Wasserwerk GmbH & Co. KG und wurde alleinige Eigentümerin. Sie baut einen Hochbehälter, erneuert Leitungen und installierte vorsorglich eine UV-Anlage in der Trinkwassergewinnung. Entfellner nannte die Übernahme „die wichtigste Maßnahme in dieser Amtsperiode.“

Im sozialen Bereich wurde mit Nachbargemeinden ein gemeinsames Seniorenkonzept entwickelt. Die ursprünglich angekündigte Schließung des Pflegeheims in Unterwössen sei endgültig vom Tisch, berichtet der Bürgermeister. Eine Tagespflegestation sei in Planung.

Finanziell zieht Entfellner eine positive Bilanz: Der Schuldenstand wurde von 2,8 auf 1,8 Millionen Euro gesenkt, Rücklagen aufgebaut. Die Gemeinde investierte in elf Jahren rund 30 Millionen Euro. Davon wurden 15 Millionen Euro gefördert. Die Zweitwohnungen reduzierten sich von 18 auf 14 Prozent.

Weniger
Zweitwohnungen

Zum Schluss betonte der Bürgermeister die Bedeutung des Ehrenamtes in der Feuerwehr, in Vereinen, im sozialen Bereich. Er bedankte sich bei allen Mitwirkenden aus Verwaltung, Politik, Bürgerschaft – und bei seiner Familie. „Ich bin mit dem Geschaffenen zufrieden – ich hoffe, ihr auch“, schloss Entfellner.

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