Grassau – Ein Verkehrsknotenpunkt und eine gefährliche Stelle ist auf Höhe des Ortsteils Viehhausen. Hier kreuzen sich Bahnhofstraße, Lindenfeldweg und Aichstraße. Eine mögliche Verkehrsentzerrung wäre durch einen Kreisverkehr möglich. In den nächsten Jahren würde sich hier eine „historische Chance“ bieten, hieß es im Marktgemeinderat. Planer Gerhard Hajer vom Planungsbüro BEGS stellte das Verkehrs- und Parkraumkonzept dem Marktgemeinderat vor und traf besonders an dieser Stelle auf großen Zuspruch.
Acht Bereiche
näher untersucht
Schon vor einigen Jahren wurde das Verkehrs- und Parkraumkonzept in Auftrag gegeben und Auszüge und Möglichkeiten der Verbesserung von Straßenführungen diskutiert. Einzelne, interessante Bereiche wurden so aufgearbeitet, dass grobe Kostenschätzungen vorliegen. Ziel sei es nun eine Prioritätenliste zu erstellen, erklärte der Rathauschef. Jede Maßnahme sei sinnvoll, weil jede positive Auswirkung haben werde. Dies, so der Rathauschef, sage noch nichts über die Umsetzung aus, sondern lediglich, welche Maßnahme als dringlich eingestuft werde.
Mit der Maßnahme Kreisverkehr Richtung Viehhausen an der Kreuzung Lindenfeldweg, Aichstraße und Bahnhofstraße begann Hajer seine Auflistung. Vom staatlichen Bauamt wurde signalisiert, dass dieses einem Kreisverkehr an der Bahnhofstraße mit einem Durchmesser von 29 Metern zustimmen würde. Die Bushaltestelle Seibold würde dabei aus der Busbucht auf die Straße verlegt. Die Arme des Kreisverkehrs würden jeweils mit einer Insel für Fußgänger und Radfahrer in den Lindenfeldweg und in die Aichstraße ausgeführt. Um den Kreisverkehr zu realisieren, wäre ein Grundstücksankauf notwendig.
Wie Bürgermeister Kattari hinzufügte, wäre der Grundstückeigentümer der Hofstelle zur Veräußerung bereit. Olaf Gruß (SPD) bezeichnete dies als „historische Chance“. Sollte dort nach Abbruch des alten Bauernhauses eine neue Bebauung entstehen, wäre diese Möglichkeiten vergeben. Die Busbucht werde aufgegeben, erklärte Bürgermeister Kattari auf Nachfrage von Kathi Schmuck, da das Halten des Busses auf der Straße als sicherer gewertet werde. Steht ein Bus in der Busbucht, müsste der Verkehr mit Schrittgeschwindigkeit daran vorbeifahren, was aber nur selten vorkommt. Aktuell sei das Stehen auf der Straße sicherer, da der hintere Verkehr dann ebenfalls stehen müsse. Hajer fügte hinzu, dass es hier auch nur kurze Standzeiten gebe. Eine weitere Möglichkeit diesen Bereich zu entschärfen wäre mit einer Abbiegespur zu arbeiten. Dann jedoch, so Hajer, würde eine Ampel benötigt. Von den Kosten gesehen, spiele es kaum eine Rolle, ob ein Kreisverkehr oder eine Abbiegespur mit Ampel realisiert werde. Bei beiden werde zudem Raum benötigt. Der Kreisverkehr sei jedoch die bessere, sichere und für den Verkehrslauf optimale Lösung. Die geschätzten Kosten, jedoch ohne Grunderwerb, belaufen sich auf 540.000 Euro. Ob diese Kosten gefördert werden, zumal es sich um eine Bundesstraße handle und die Baulast beim Bund liegt, konnte noch nicht gesagt werden.
„Diese Kreuzung ist der Angstgegner aller Eltern“, sagte Daniela Ludwig (CSU) und betrachtete die Entschärfung durch einen Kreisverkehr als große Chance. Sie fragte, ob der Kreisverkehr diese Ausmaße haben müsse, was vom Planer bejaht wurde, da es sich um eine Bundesstraße und zugleich Autobahnumgehungsstrecke handle. Der Kreisverkehr würde die gleichen Dimensionen wie der im Ortszentrum haben. Zum Zeitplan meinte der Bürgermeister, dass die Bundesstraße von Viehhausen bis zum Kreisverkehr Staudach in den kommenden Jahren erneuert wird. Dann würde diese Maßnahme interessant. Sicher sei auch, dass sich das Ortsbild ändert, wenn die Hofstelle entfällt. Sollte wieder eine bauliche Nutzung des Bereichs erfolgen, dann müsste sich das Gebäude in das Ortsbild einfügen.
Als zweiter Bereich, der überplant wurde, stellte Hajer den Kreisverkehr in der Ortsmitte mit der Einfahrt Ortenburgerstraße vor. Hier könnte der Trichter erweitert werden, um die Einfahrt in die Bahnhofstraße aufzuweiten. Ein Längsparkplatz müsste hierfür geopfert und das Hochboard abgesenkt werden. Kosten in Höhe von 120.000 Euro würden entstehen. Für das Gremium hat diese Maßnahme nur eine geringe Priorität. Mittelfristig umgesetzt werden könnte hingegen die Maßnahme Einbau einer Querung im Bereich Kucheln auf der einen und Hindling auf der anderen Seite. Die Querungshilfe sollte 2,50 Meter aufweisen. Laut Hajer sei dies eine einfache, aber ihren Zweck gut erfüllende Maßnahme und werde mit rund 155.000 Euro geschätzt. Ein kleiner Grunderwerb sei notwendig.
In die Prioritätenliste des Rates wurde auch ein begrünter Fahrbahnteiler in Rottau Ortseingang West mit Kosten von 350.000 Euro aufgenommen. Dies, so Hajer, wäre eine effektive Maßnahme, um den Verkehr in der Ortseinfahrt zu beruhigen und würde dem Ortsbild durch eine verschwenkte Fahrbahn und Grüninsel dienen. Ein Grunderwerb wäre nicht notwendig.
Olaf Gruß sprach von einer reizvollen Lösung, wenn diese nichts kosten würde. Bürgermeister Kattari betonte, dass diese Maßnahme nicht in nächster Zeit erfolgen müsse, aber durchaus auf die Liste gehöre. Dr. Winfried Drost (UGL) gefiel die Lösung, die auch zur Reduzierung der Geschwindigkeit dient.
Kreisel
hat Vorrang
Als weitere Planung stellte Hajer den Bau eines Geh- und Radwegs entlang der Staatsstraße 2096 in Höhe Mauthäusl vor. Ein Grunderwerb von rund 345 Quadratmeter wären erforderlich und die Kosten hierfür werden mit 163.000 Euro geschätzt. Der Weg sollte mindestens 2,50 Meter aufweisen. In Kies ausgeführt könnte der Weg wesentlich günstiger erstellt werden. Diese Maßnahme gefielt dem Rat.
Schließlich entschied sich der Rat einhellig die Maßnahme Kreisverkehr Viehhausen mit einer hohen Priorität, die Querung Kucheln Hindling sowie den Fahrbahnteiler Ortseingang Rottau und auch die Herstellung eines Geh- und Radweges an der Ache, entlang der TS 2096 mit einer mittleren Priorität zu versehen.