925 Pfeifen und 25 Kuhglocken

von Redaktion

Festgottesdienst zur Orgeleinweihung in der Schlechinger Pfarrkirche St. Remigius

Schleching – Hoher Besuch kam nach Schleching zu einem besonderen und historischen Ereignis: der Einweihung der neuen Orgel in der fast dreihundert Jahre alten Pfarrkirche St. Remigius. Rupert Graf zu Stolberg, Weihbischof der Erzdiözese München und Freising, freute sich, zu diesem besonders schönen und seltenen Anlass ins Bergsteigerdorf Schleching zu kommen. Er zollte großen Respekt für die Mitwirkenden, die dieses Projekt gestemmt haben. Immerhin hat es von der Idee bis zur Einweihung zehn Jahre gebraucht. In dieser Zeit waren viele Menschen an der Verwirklichung beteiligt.

Zehn Jahre bis
zur Realisierung

Vor zehn Jahren wurde die Projektgruppe „Eine neue Orgel für Schleching“ unter der Leitung von Pfarrer Martin Straßer und Cornelius Frederik de Wit gegründet. Fachkundige Begleitung und Beratung gab es vom Organisten Bernhard Wittmann, Mitgliedern der Kirchenverwaltung und Dekanatsmusikpfleger Manfred Müller. Die vielen kleinen und großen Spender haben die neue Orgel möglich gemacht. Ein besonderer Dank ging auch an den Orgelbau Alois Linder aus Nußdorf am Inn und sein Team. Gemeinsam haben sie Großartiges und Einmaliges geleistet.

Die alte Orgel von 1961 wies bereits nach 35 Jahren den sogenannten „Bleifraß“ an den Spitzen der Orgelpfeifen auf, wodurch diese immer leiser wurden und nicht mehr gestimmt werden konnten. Die Projektgruppe unternahm daraufhin eine Orgelfahrt durch Oberbayern, um Orgelneubauten verschiedener Orgelbauer kennenzulernen. Die Orgelgruppe traf sich regelmäßig, um neue Finanzierungsideen zu entwickeln. Kirchenmusikerin Maria Blank war als Organistin in alle musikalischen Entscheidungen eingebunden. Auch der Festgottesdienst zur Orgeleinweihung stand unter ihrer Leitung. Der Gottesdienst wurde vom Weihbischof, Pfarrer Martin Straßer, Ruhestandspfarrer Josef Kreuzpointner, Diakon Erik Oberhorner und Kurat Alfons Lay zelebriert. Priester Kevin Don Zlatko Brauchler reiste eigens aus Rom an.

Pfarrer Martin Straßer begrüßte die zahlreichen Kirchenbesucher in der festlich geschmückten und mit vielen Kerzen beleuchteten Kirche. Er sah in der Orgel den Superlativ aller Instrumente, das ein ganzes Orchester in sich birgt. Die Orgel in Schleching ist zudem eine ganz besondere, da sie ein Kuhglockenwerk und Alphörner erklingen lassen kann. Rupert Graf zu Stolberg bezeichnete die Orgel als die „Königin der Instrumente“. Der Weihbischof führte weiter aus: „Für dieses Orgelprojekt haben Menschen den Grundstein gelegt, doch damit ist es nicht erledigt, mögen sich die Menschen vom Klang der Orgel inspirieren lassen und die Töne mit in den Alltag nehmen.“ Anschließend schritt der Bischof zur Segnung der Orgel, stieg die schmalen Wendeltreppe bis ganz nach oben und segnete sie. An der Orgel saß der Konzertorganist Johann Simon Kreuzpointner aus Wien und bekam nach der Segnung das Signal vom Bischof „An die Arbeit!“ Sodann tönten die wunderbaren Klänge der Orgel durch das gesamte Kirchenschiff. Die musikalische Gestaltung erfolgte durch Joseph Haydns Missa brevis in hon. St. Joannis de Deo, dargeboten vom Kirchenchor, den Weisenbläsern und dem Streichtrio unter der Leitung von Maria Blank.

Höchsten Respekt
für das Engagement

Pfarrer Martin Straßer traf es mit den Worten „es wurde eine Königin geweiht“. Zum Dank überreichte er dem Weihbischof einen kleinen Geschenkkorb mit Naturalien aus dem Bergsteigerdorf sowie ein kleines Glöckchen in Kuhglockenform zur Erinnerung an das in der Welt einzigartige Register einer Orgel.

Die Kirchenbesucher trafen sich nach dem Festgottesdienst im Pfarrsaal. Pfarrer Martin Straßer erwähnte nochmals alle Akteure, die zum Gelingen des Tages beigetragen hatten, und sprach seinen ausdrücklichen Dank aus. Danach übergab Rupert Graf zu Stolberg die Urkunde für die Orgel und sprach nochmals seinen höchsten Respekt vor dem großen Engagement aus.

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