Chieming – Im Gasthaus Chiemseer Wirtshaus fand die Aufstellungsversammlung des Ortsverbands von B.90/Die Grünen zur bevorstehenden Kommunalwahl statt. Nominiert wurden 16 Kandidaten für den Gemeinderat. Die ersten fünf Listenplätze belegen die drei amtierenden Gemeinderäte Angelika Maier, Sebastian Heller und Elisabeth Heimbucher. Außerdem kandidiert der Sohn des bisherigen Gemeinderats Bernhard Hecht, Ferdinand Hecht. Zum ersten Mal für den Gemeinderat kandidiert Martina Uhlig auf Listenplatz drei. Einen Bürgermeisterkandidaten stellt die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen diesmal nicht. Bei den zurückliegenden Kommunalwahlen hat es Sebastian Heller zweimal in die Stichwahl geschafft, scheiterte aber jeweils knapp an Benno Graf (UW) und Stefan Reichelt (CSU).
Auf dem ersten Listenplatz kandidiert die amtierende Gemeinderätin Angelika Maier, die seit Oktober 2024 Kreissprecherin der Grünen ist. Maier nahm Bezug auf ihre Rede vor sechs Jahren. Damals sagte sie: „Ich möchte, dass die Kinder in der Mittagbetreuung in Räumen sind, wo man nach einem Schultag entspannen, spielen, aber auch in Ruhe arbeiten und lernen kann. Und nicht mehr das Gefühl hat, im Keller zu sitzen.“ – „Und was ist passiert? Schon in einer meiner ersten Gemeinderatssitzungen stand das Thema auf der Tagesordnung. Ich habe mir die Pläne angesehen und gleich mit dem Bürgermeister und dem Architekten gesprochen und konkrete Verbesserungsvorschläge gemacht – und heute? Unsere Kinder haben nicht mehr das Kellergefühl! Die Kinder lernen, spielen und essen in hellen Räumen mit ausreichend Tageslicht.“
Auf Anregung der Grünen wurden auf gemeindlichen Liegenschaften PV-Anlagen installiert. Auch der Antrag „Lärmaktionsplan“ wurde von der Grünen-Fraktion gestellt. „Seit Jahren reden alle über Verkehrsberuhigung an der Hauptstraße. Doch Reden allein senkt keinen Dezibel. Unser Lärmaktionsplan hätte konkrete Maßnahmen erarbeiten können, wie Tempo 30, alternative Routen für LKW. Dass er abgelehnt wurde, zeigt: Einige wollen den Status quo – wir wollen Lösungen.“
Listenplatz zwei nimmt Ferdinand Hecht ein. Der 32-jährige Architekt möchte sich für gemeindliche Wohnbauprojekte und Fördermaßnahmen für bezahlbaren Wohnraum einsetzen.
Auf Platz drei kandidiert Martina Uhlig. Die Diplom-Pädagogin und approbierte Kinder- und Jugendpsychotherapeutin ist verheiratet und hat drei Kinder zwischen acht und 14 Jahren. „Offene Jugendarbeit ist kein Nice-to-have – sie ist die Basis gelebter Demokratie. Ein Jugendtreff, an dem sich die Jugendlichen einbringen, für ihre Bedürfnisse einstehen, ihre Stimme erheben – davon träume ich.“
Sebastian Heller, 67, Heilpädagoge und gelernter Sozialbetriebswirt i.R. hat Listenplatz vier. Heller ist seit 2008 Gemeinderat, aktuell Asyl- und Migrationsbeauftragter der Gemeinde. Sein Motto: „Miteinander und Füreinander“. – „Das Leben in einer dörflichen Gemeinschaft funktioniert im Kern nur dann, wenn wir aufeinander schauen und uns – wenn`s drauf ankommt – auch unterstützen und alle wissen, dass sie dazugehören: die, die seit Generationen hier leben und die neu Dazugekommenen.“
Lisa Heimbucher, 67, Unternehmerin, kandidiert auf Listenplatz fünf. „Als Gemeinderätin habe ich gelernt, dass Veränderungen oft lange dauern. Es ist sehr wichtig, dass wir Grüne im Rat sitzen. Denn in der Regel stellen wir Fragen, machen Vorschläge oder stellen manches infrage.“zaa