Grassau – Der Schulverband Grassau, bestehend aus Vertretern der Gemeinden Marquartstein, Staudach-Egerndach und Grassau, traf sich in diesem Schuljahr zum ersten Mal im Grassauer Sitzungssaal. Ziel war es, sich über Neuigkeiten von Schulleiter Marcus Ullrich sowie den Fortschritt der Schulhaussanierung und des Neubaus zu informieren.
Schulleiter Ullrich berichtete zunächst, dass Thomas Färbinger (35) kommissarisch als weiterer Konrektor in das Führungsteam berufen wurde, nachdem Dr. Christine Mix die Schule zum Schuljahresende verlassen hatte. Färbinger gehört der Grassauer Schulfamilie bereits seit zehn Jahren als Lehrer an und ist in Rottau aufgewachsen.
600 Schüler mit
steigender Tendenz
Die Schülerzahlen sind gestiegen und liegen derzeit bei rund 600, was einem Plus von fast zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Ullrich führte dies darauf zurück, dass Schüler nach der fünften Klasse an der Schule bleiben und so den M-Zweig stärken. Auch die wachsende Zahl an Rückläufern aus anderen Schulen trage dazu bei. Die Deutschklasse sei aufgrund des größeren Migrationszuzugs größer als erwartet, aber dennoch leicht zu handhaben. Zudem stieg die Zahl der Schüler, die die offene Ganztagsschule (OGTS) im Grundschulbereich nutzen, von 108 im vergangenen Schuljahr auf 154 in diesem Schuljahr. Dieser Anstieg sei auch dem Angebot an der Staudach-Egerndacher Grundschule mit 40 Plätzen zu verdanken. Ullrich betonte, dieses Angebot sei ein großer Gewinn.
Ein weiterer Bereich, dem sich die Schule verstärkt widmen möchte, ist die Berufsorientierung. Unter dem Motto „Zukunft Achental“ soll eine Messe allen Schulen im Achental angeboten werden. Zahlreiche Firmen und Einrichtungen aus dem Achental haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Ullrich erklärte, dass die meisten Berufsorientierungsmessen im nördlichen Landkreis stattfinden und die Messe „Zukunft Achental“ diese Lücke schließen soll. Die neunten und zehnten Klassen besuchen zudem die Berufsinformationsmesse in Traunstein, und die siebten Klassen werden verstärkt Praktikumswochen zur Orientierung absolvieren. Des Weiteren wurden Firmen mit den achten Klassen besucht. Einige Firmen kommen auch an die Schule und führen mit den Schülern Bewerbungsgespräche durch.
Ein ernstes Thema, mit dem nicht nur die Grassauer Schule zu kämpfen hat, ist die abnehmende Lesefähigkeit der Schüler. Ohne Lesen sei jedoch ein erfolgreiches Berufsleben nicht möglich. Auch Eltern müssten hier stärker in die Pflicht genommen werden. Um das Lesen attraktiver zu gestalten, wird es in diesem Jahr 20 Lesungen geben, zehn an der Grundschule und zehn an der Mittelschule. Eine Lesung im März mit Autor Sepp Mall, dessen Buch „Ein Hund kam in die Küche“ für den Deutschen Buchpreis nominiert ist, findet am Sonntag, 1. März, statt. Auch Markus Ostermair hat sein Kommen zugesagt und wird sein Buch „Der Sandler“ vorstellen.
Schulverbandsleiter und Bürgermeister Stefan Kattari betonte: „Dies seien beeindruckende Projekte.“ Er fügte hinzu, dass Gewerbetreibende großes Interesse an jungen Leuten hätten und gute Dinge in Vorbereitung seien. Kattari lobte, dass die Schule das gesamte Achental mit immerhin insgesamt 33.000 Einwohnern im Blick habe.
Da die OGTS so großen Anklang findet und immer mehr Schüler diese Möglichkeit der Betreuung nutzen, müssen zwei weitere Kurzgruppen gebildet werden. Die ursprünglich vorgesehenen Finanzmittel reichen nun nicht mehr aus. Folglich stimmte der Schulverband einer Erhöhung des Anteils zu. Damit beteiligt sich der Schulverband an der OGTS mit insgesamt 90.500 Euro jährlich. Betreut werden jährlich insgesamt 174 Schüler.
Der Schulverband ist für die Ausstattung der Schule zuständig, die Gemeinde hingegen für die Gebäude selbst. Bislang nicht kalkuliert wurden Garderoben für die Fachräume. Aus den jetzigen Erfahrungen würde sich jedoch empfehlen, auch die Fachräume mit entsprechenden Stauräumen auszustatten. Benötigt werden folglich 13 Garderoben, die zusätzliche Kosten von 60.000 Euro verursachen. Schulleiter Ullrich konkretisierte, dass teilweise vier Stunden Fachunterricht hintereinander gehalten würden. Jacken und Schuhe müssten dann entweder im Klassenzimmer gelagert werden, was aufgrund der Größe der Schule weit entfernt sein kann, oder in die Fachräume mitgenommen und dort auf den Boden gelegt werden, was nicht gestattet sei. Folglich seien Garderoben notwendig. Der Rat entschied sich einstimmig für weitere 13 Garderoben für die Fachräume.
13 neue Garderoben
geplant
Bürgermeister Kattari berichtete zudem kurz über den Baufortschritt. Der Rückbau des Grundschulgebäudes sei abgeschlossen, und nun gehe es wieder an den Aufbau. Insgesamt 70 Tonnen Putz wurden bereits angebracht. Kabeltrassen und Steigleitungen werden gelegt, der Dachstuhl auf dem Gebäudeteil der ehemaligen Schulküchen neu erstellt, und es gehe zügig voran. Über einen möglichen Einzugstermin wollte der Bürgermeister nicht spekulieren. Denkbar wäre jedoch ein Einzug in einem Jahr.