Inzeller Höfe erzählen Geschichte

von Redaktion

Cornelia Stöger und Markus Preinfalk übergeben Hofbeschilderung an „Wallnerhof“ und „Einsiedl“

Inzell – Gern angenommen werden die Hofbeschilderungen in der Gemeinde Inzell und erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nachdem bereits einige Haus- und Hofbeschriftungen überreicht werden konnten, haben nun die Vorsitzende des Verkehrs- und Heimatvereins Inzell, Cornelia Stöger, und Heimatpfleger Markus Preinfalk in Einsiedl bei Familie Kecht und bei Familie Georg Kamml die Hausbeschriftungen „Einsiedl“ und „Wallnerhof“ überreicht. Die beiden Gebäude wurden bereits im Jahr 1078 und 1308 erstmals erwähnt.

Jede Tafel ist
ein Einzelstück

Es ist nicht immer einfach, die gesamte Geschichte eines Gebäudes zurückzuverfolgen. Durch alte Aufzeichnungen gelingt dies jedoch in den meisten Fällen, und Heimatpfleger Markus Preinfalk arbeitet hier sehr akribisch, um alle Daten zusammenzuführen. Sämtliche wichtigen Daten werden dann auf dem neuen Hausschild, einer Einzelanfertigung, niedergeschrieben und am Gebäude angebracht. Somit ist es auch für Außenstehende und Gäste möglich, die Geschichte der alten Häuser in Inzell genau nachzuvollziehen. Es ist immer wieder interessant, welche Geschichten hinter den jeweiligen Gebäuden stecken. Auch die alten Bilder sagen schon viel über die Entwicklung eines Hauses aus.

Die Vorbereitung einer solchen Maßnahme kann natürlich nicht von heute auf morgen umgesetzt werden, denn jede Tafel ist ein Einzelstück und soll die Geschichte des jeweiligen Hauses nachvollziehbar wiedergeben. Dazu müssen die entscheidenden Bilder ausgesucht, Texte abgestimmt und der richtige Platz zur Anbringung gefunden werden.

Der Einsiedlhof ist eines der ältesten Gebäude in der Gemeinde Inzell und wurde im Jahre 1078/1212 als Villae Urberie (Landgut) erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht zurück auf den Graf Luitpold von Plain, der wegen seiner Brandschatzung der Stadt Salzburg hierher als Einsiedler verbannt wurde. Er erbaute zudem neben dem Hof die Kapelle St. Nikolo, die heute als St.-Nikolaus-Kirche bekannt ist. Bis zum Jahr 1639 lässt sich die Ahnenreihe der jetzigen Eigentümer zurückverfolgen. Im Jahr 1904 übernahmen der Steidlsohn Johann Kecht und die Haustochter Maria Eicher das Anwesen.

Seither tragen die Eigentümer den Namen Kecht. Es erfolgten einige Umbaumaßnahmen: im Jahr 1911 am hinteren Stock und im Jahr 1938 am vorderen Stock. Seit 1946 werden Zimmer an Feriengäste vermietet. Zwei Jahre zuvor, im Jahr 1944, übernahmen Sohn Johann und Notburga Kecht (geborene Resch) den Hof und führten diesen bis 1975. Im Jahr 1975 folgten Sohn Josef und Anneliese Kecht (geborene Eicher) in der Verantwortung.

Seit 2016 bewirtschaften Josef und Cornelia Kecht den Einsiedlhof. Neben der landwirtschaftlichen Nutzung werden auch Ferienwohnungen sowie drei Camping-Stellplätze vermietet.

Auch das Anwesen des Wallnerbauern (der Wallner zu Wald) gehört zu den ältesten in der Gemeinde Inzell. Es wurde bereits im Jahr 1308 in den Urbarien des Herzogs von Niederbayern als Gut „ze Walde“ erstmals erwähnt.

Im Jahr 1600 erscheint in den Pfarrmatrikeln die Wallnerbäuerin, Witwe Margretha Adlgasser, als erste namentlich erwähnte Hofinhaberin. Von 1833 bis 1836 war der Wallnerbauer Johann Rieder Ortsvorsteher von Inzell. Diesen Posten übernahm von 1869 bis 1892 dessen Sohn Johann Baptist Rieder. In den Jahren 1904 bis 1906 wurde der Hof in der heutigen Form erbaut. Zwei Jahre später, im Jahr 1908, kauften Simon und Maria Spannring das Anwesen. Seit 1908 befindet es sich im Besitz der Familie. Man erkannte früh die Zeichen der Zeit und bereits seit 1920 werden auf dem Wallnerhof Zimmer an Feriengäste vermietet.

Im Jahr 2005 entschied man sich für einen Neubau des Stalles mit sehr reichhaltigem Bundwerk, damals noch unter der Führung von Georg und Helga Kamml. Im Jahr 2023 übernahmen Georg und Mia Kamml den Hof in der fünften Generation und bieten den Gästen erholsamen Urlaub auf dem Bauernhof.

Interessenten
können sich melden

Wer Interesse bekundet, das eigene Anwesen in die Liste der erwähnenswerten Gebäude aufnehmen zu lassen, kann Kontakt aufnehmen mit Inzells Heimatpfleger Markus Preinfalk (0151/ 54844830, E-Mail: heimatpfleger-inzell@web.de) oder sich bei der Verkehrs- und Heimatvereinsvorsitzenden Cornelia Stöger melden.

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