Prien – Die Gemeinde nahm jüngst den Tag der heiligen Katharina, der Schutzpatronin des Marktes Prien, zum Anlass, ihn mit einem Gottesdienst und anschließendem Abendessen zu begehen. Dabei wurden auch Personen geehrt, die sich um den Markt verdient gemacht haben.
In diesem Jahr wurden drei Bürger zu dieser Auszeichnung berufen: der ehemalige Notar Dr. Friedrich von Daumiller, der Künstler Lenz Hamberger und der ehemalige Rechtsanwalt Walter Poppe.
Wie Bürgermeister Andreas Friedrich erklärte, habe Dr. Friedrich von Daumiller den Kulturförderverein im Jahr 1985 gegründet und sei 36 Jahre lang dessen Vorsitzender gewesen.
Der 500 Mitglieder zählende Verein zeichne sich seither als tragende Säule für das kulturelle Leben Priens aus. Seiner Initiative sei es – auch aufgrund einer „erheblichen finanziellen Zuwendung“ – zu verdanken, dass das Alte Rathaus zur heutigen Galerie umgebaut werden konnte.
Diese fungiere nun als kultureller Mittelpunkt und biete der Kunst ein angemessenes Zuhause. Mit seinem Engagement und seinem Verein „Freunde von Herrenchiemsee“ habe er es geschafft, dass der Insel-Dom renoviert und Schloss Herrenchiemsee letztlich zum Weltkulturerbe ernannt worden sei. Für seinen jahrzehntelangen Einsatz im Dienste der Gemeinde und für deren kulturelle Entwicklung sei ihm die goldene Ehrenmünze des Marktes Prien überreicht worden.
Dr. Friedrich von Daumiller dankte und erklärte, er freue sich „wahnsinnig“ über die Ehrung. Den Startschuss für die neue Galerie habe der damalige Gemeinderat gesetzt, indem er beschlossen habe, nach dem Umzug der Verwaltung dieses Gebäude der Kunst zu widmen. Neben der langen Tradition der Chiemsee-Maler blicke Prien auf eine lebendige Künstlerlandschaft, die ein Alleinstellungsmerkmal darstelle. Es freue ihn, dass der Insel-Dom als eines der ältesten Gebäude Bayerns nun wieder Besuchern offenstehe.
Das Weltkulturerbe von Schloss Herrenchiemsee sei eine gewaltige Aufwertung der Region, die gerade in der Nebensaison Besucher anlocken werde. „Ich werde weiterhin alles tun, dass Prien eine kleine, feine Kunstmetropole zwischen München und Salzburg ist und bleibt“, schloss er seine Rede.
Der zweite Geehrte war der Künstler und Autodidakt Lenz Hamberger. Dieser habe viele Jahrzehnte als Bildkünstler und Holzschneider gewirkt und eine eigenständige Bildsprache entwickelt – unabhängig von modischen Trends, so das Gemeindeoberhaupt. Darüber hinaus habe er sich um das kulturelle Leben vor Ort verdient gemacht. Von 1972 bis 1984 sei er Mitglied im Gemeinderat, Mitbegründer der Künstlergruppe Prien, der Gemeinschaft bildender Künstler Chiemsee sowie der Kalendergemeinschaft gewesen, die über 20 Jahre Grafiken regionaler Künstler veröffentlicht habe. Zudem habe er in der Jury der „Künstlerlandschaft Chiemsee“ mitgewirkt.
Dem Museum Prien habe er 138 seiner Werke überlassen.
Mit all seinem Engagement habe er sich in vorbildlicher Weise für die Kunst und Kultur Priens verdient gemacht, was ihm nicht nur den einzigen Ehrenpreis des Kulturfördervereins, sondern nun auch die goldene Ehrenmünze des Marktes Prien eingebracht habe. Der Dritte im Bunde war der einstige Rechtsanwalt und langjährige Vorstand der Wasserwacht, Walter Poppe.
Auch er sei 20 Jahre Mitglied des Gemeinderats gewesen und am Leuchtturmprojekt – dem Bau des Erlebnisbads Prienavera – beteiligt gewesen, so Bürgermeister Friedrich. Er habe sich als Bäderreferent stets um die Belange des Bades, vor allem auch bei der Dachrenovierung, gekümmert. Zudem sei er stets der erste Ansprechpartner für alle Rechtsfragen gewesen. Viele Jahre habe er sich auch für das Schulwesen eingesetzt.
Für sein großes Engagement auf kommunaler Ebene sei ihm nun die goldene Bürgermedaille überreicht worden. Walter Poppe dankte und erklärte, er habe damit nicht gerechnet und freue sich sehr.
„Es war eine schöne Zeit, die ich sehr genossen habe“, so der Geehrte. wp