Prien – Sexarbeit ist in Deutschland erst in Städten ab einer Größe von 50.000 Einwohnern erlaubt. Diese Größe hat im Gebiet der Polizei Oberbayern Süd nur Rosenheim. Dort sind im Verhältnis zur Einwohnerzahl bayernweit die drittmeisten Prostituierten registriert. Folglich ist es in Prien verboten, Sex für Geld anzubieten.
„Wir bekommen
laufend Hinweise“
Der Chiemgau-Zeitung liegt ein Inserat einer Online-Plattform vor, die eine illegale Prostitution nahelegt. Die Seriosität der Seite konnte die Redaktion nicht weiter prüfen. Auch die Polizeiinspektion Prien kennt die Inserate.
„Wir bekommen laufend Hinweise auf Seiten, auf denen Angebote geschaltet werden und somit der Verdacht einer Straftat besteht“, sagt PI-Leiter Jürgen Thalmeier.
Das Themenfeld der verbotenen Prostitution sei bei der Kriminalpolizei beheimatet, dementsprechend würden alle Hinweise, die in Thalmeiers Dienststelle eingehen, an die Kolleginnen weitergeleitet. Thalmeier betont: „Die Hinweise werden geprüft und ernst genommen.“
Daniel Katz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums in Rosenheim bestätigt das: „Wir haben die Aufgabe, Straftaten zu unterbinden und zu verhüten.“ Wie den Hinweisen nachgegangen wird, kann Katz aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen, „Wir werden natürlich versuchen, den Gesamtsachverhalt aufzuklären.“ Wie häufig kommt der Straftatbestand illegale Prostitution in der Region vor? „Es ist kein Schwerpunkt, aber es ist ein Deliktbereich, der uns hin und wieder beschäftigt“, erklärt Pressesprecher Daniel Katz. Inwiefern Online-Angebote die Arbeit erschweren, könne er nicht genauer sagen, die gebe es auch schon sehr lange. „Natürlich hat das Internet die Arbeit bei der Polizei nachhaltig verändert. Aber das betrifft nicht nur illegale Prostitution, sondern die ganzen Cybercrime-Delikte.“
Auch Priens Bürgermeister Andreas Friedrich habe eine anonyme E-Mail mit dem Hinweis erhalten. Generell sei das Thema in Prien nicht sonderlich im Fokus. „Klar gibt es sicherlich Internetportale, wo auch private Treffen vereinbart werden“, so der Rathauschef. Jeder Parkplatztreff könne auf solch einem Portal landen, ihm sei aber nichts Weiteres in Prien bekannt.