Übersee – „Musik für esilalei“ war das Benefizkonzert in der voll besetzten Pfarrkirche St. Nikolaus, dem sogenannten „Achental-Dom“, überschrieben. Der Cantiamo-Chor Übersee, hervorragende Solisten und ein hoch motiviertes Team boten unter der Gesamtleitung von Birgit Detsch ein sehr abwechslungsreiches Programm aus mehreren Sparten der Chorliteratur, wobei das Publikum immer wieder einbezogen wurde. Es war eine beschwingte Mischung aus bayerischer und afrikanischer Musik zu einem aktuellen Anlass. Federführend mit dabei war Donald Massawe, der ursprünglich aus Tansania stammt, seit vielen Jahren in Übersee lebt und im Cantiamo-Chor singt. Dort unterstützt er – eingebunden in den Aktionskreis Ostafrika Traunstein – seit vielen Jahren eine Grundschule mit 580 Schülern im Massai-Gebiet. An der Schule fehlt es an vielem: Es stehen nur drei baufällige Klassenzimmer zur Verfügung, die sanitäre Situation ist schlecht und die überaus wichtige Schulspeisung funktioniert nur ansatzweise. In einem ersten Schritt sollen nun ein neues Toilettenhaus und ein Hygienehaus für die Mädchen entstehen. Wie Markus Enzwieser aus Übersee und Donald Massawe während des Konzerts berichteten, werden Mädchen nach Einsetzen der Geschlechtsreife oft aus Angst vor sexuellen Übergriffen nicht mehr in die Schule geschickt, obwohl Schulbildung der einzige Weg zu einer fundierten Berufsausbildung wäre. Hier gelte es dringend Abhilfe zu schaffen.
Geleitet von den ruhigen, klaren Bewegungen von Chorleiterin Birgit Detsch sang der Chor ausdrucksstark mit vollem, homogenem Klangkörper, wobei einzelne Nuancen der Stücke fein herausgearbeitet wurden. Die Solisten der instrumentalen Begleitung waren Regina Brandner am Cello, Stefan Unterhuber am Klavier sowie Wolfgang Gasser und Regina Brandner an der Percussion.
Beginnend mit „Siyahamba“ und „Und so draht se d‘Welt“ lernten alle Zuhörer den Miteinander-Chor „Si Si Dolada“ kennen, der bald aus vollen Kehlen von allen mitgesungen wurde. Ein Gänsehaut-Ereignis in der schönen Pfarrkirche mit wunderbarer Akustik.
Weitere Höhepunkte waren das sehr bekannte afrikanische Schlaflied „Thula“ und der dramatische Song „Malaika“, zu deutsch „Mein Engel“.
Kein Wunder, dass am Ende der Applaus kaum enden wollte und die Spenden flossen. gi