Unterwössen – Der Unterwössner Gemeinderat hat eine Satzungsänderung für das gemeinsame Kommunalunternehmen Achental Tourismus beschlossen, die den Verwaltungsaufwand deutlich reduziert. Zuvor würdigte Zweiter Bürgermeister Johannes Weber die jüngste Auszeichnung des touristischen Zusammenschlusses mit großem Applaus. Bevor Johannes Weber zum eigentlichen Tagesordnungspunkt kam, gratulierte er dem „Achental Tourismus“ zum zweiten Platz beim Deutschen Tourismuspreis 2025. Das Projekt „Schwenden“ hatte die Jury mit seinem Konzept „Eins mit der Natur“ und dem Nachhaltigkeitsgedanken überzeugt. Die eigentliche Satzungsänderung betraf die Berichtspflichten des Kommunalunternehmens. Eine EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) hätte ursprünglich auch kleinere kommunale Unternehmen wie den „Achental Tourismus“ erfasst und zu erheblichen Mehraufwendungen und Kosten geführt. Der Bayerische Landtag beschloss jedoch im November 2024, dass kommunale Unternehmen künftig nicht mehr zwingend den handelsrechtlichen Regelungen für große Kapitalgesellschaften unterliegen.
„Den Nachhaltigkeitsbericht, den brauchen wir nicht“, erklärte Johannes Weber zur Erleichterung im Gemeinderat. Die neue Satzung stellt klar, dass für das Kommunalunternehmen keine Pflicht zur Erstellung solcher Berichte besteht. Die freiwillige Jahresabschlussprüfung wird auf Empfehlung des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbands jedoch beibehalten, um die Kontrollfunktion im Interesse der Öffentlichkeit zu wahren.
Die Satzungsänderung muss von allen vier beteiligten Gemeinden – Marquartstein, Schleching, Staudach-Egerndach und Unterwössen – unterzeichnet werden. Der Beschluss des Rates fiel einstimmig ohne Gegenstimmen aus.
Die beschlossene Änderung tritt am 31. Dezember 2025 in Kraft und macht das gemeinsame Tourismusunternehmen laut Weber „ein bisschen leichter handlungsfähig“. lfl