Prien – „Hilfe für Bürgerinnen und Bürger Prien am Chiemsee“, heißt es offiziell. Besser bekannt ist der junge Verein aber als „Priener helfen“. Und das tun sie seit vier Jahren mit Leidenschaft. 40 bis 60 Frauen und Männer sind regelmäßig im Einsatz, bringen hier jemanden zum Arzt, wechseln dort eine Glühbirne aus, mähen hier den Rasen und transportieren dort ein Bücherregal. Auch am ersten Adventswochenende.
Ein Siebensitzer
für alle Zwecke
Bisher fuhren die Helfer immer mit ihren privaten Fahrzeugen, nun hat der Verein ein eigenes Fahrzeug – dank vieler lokaler Unternehmen, die zusammenlegten und den bunten Bus finanzierten, der mit wenigen Handgriffen zum Transporter wird. „Am Wochenende machen wir damit einen Umzug“, erzählt Fritz Seipel, der Vorsitzende von „Priener helfen“, über den neuen Siebensitzer von Ford schmunzelnd.
„Einer trage des anderen Last“, diese Passage aus einem Brief des Apostels Paulus an die Galater hatten sich Pfarrer Mirko Hoppe und Diakon Michael Leberle für die Segnung des Fahrzeugs ausgesucht.
Schließlich ist der Ford für diejenigen gedacht, die ihren Mitbürgern helfen, wo sie können, die anpacken, die ein Segen für Hilfesuchende sind, so die beiden Geistlichen.
„In der kurzen Zeit des Bestehens haben die Aktiven des Vereins schon unglaublich viel geleistet“, lobt Bürgermeister Andreas Friedrich. „In Prien heißt es nicht ‚man müsste mal…‘, hier wird angepackt und geholfen“, sagt Friedrich merklich stolz auf seine Priener. Das mache das neue Vereinsfahrzeug jetzt auch deutlich sichtbar – da haben auch die Geschäftsleute mit angepackt.
Und wie helfen die Aktiven von „Priener helfen“? „Bei uns gibt es nichts, was es nicht gibt“, lacht Fritz Seipel. Ob Einkaufsfahrten, Begleitung zum Arzt, Rasen mähen, Fahrten zum Wertstoffhof, weißeln, Vorhänge abnehmen, vorlesen, Unterstützung bei Behördenangelegenheiten, Postkasten leeren, Krankenbesuche, Blumen gießen, den Fernseher neu einstellen oder einen verstopften Abfluss wieder frei machen – wird alles erledigt. Schnell. Dafür sorgt schon Regina Seipel. Sie ist die Einsatzleiterin von „Priener helfen“, weiß wer was kann und wann er oder sie Zeit hat.
Eines war schon bei der Gründung des Vereins vor vier Jahren klar: Den bestehenden Hilfsangeboten der hiesigen Sozialverbände will „Priener helfen“ keine Konkurrenz machen. Auf sie wird verwiesen – und zusammengearbeitet sowieso. Und: Priener helfen den Prienern – ob eingeboren oder zugezogen –, die hilfebedürftig sind. Wer sich Profis leisten kann, der soll die auch anheuern. Die, die das nicht können, melden sich bei Regina Seipel unter Telefon 0162/8962945.
Der Ford wird
auch verliehen
„Priener helfen“ aber auch gerne Vereinen, Verbänden, Pfarreien: Die dürfen sich nämlich – wenn es nicht gerade im Einsatz ist – das neue Fahrzeug ausleihen. Ist nicht teuer, sagt Seipel: „Sie müssen es uns nur vollgetankt wieder bringen.“