Marquartstein – Das Kommunalunternehmen „Wärmeversorgung Marquartstein KU“ ist mit seinem Biomasse-Heizwerk am nördlichen Rand von Marquartstein ansässig. Den Ort großflächig mit nachhaltig und klimafreundlich erzeugter Wärme zu versorgen, war die Motivation für die inzwischen zwölf Millionen Euro schwere Investition. Auf der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete Vorsitzender Georg Hacher über den aktuellen Sachstand des Ausbaus des Leitungsnetzes und über geplante Maßnahmen für 2026 und 2027 und die weitere Zukunft.
Herausforderungen
gemeistert
Georg Hacher zeigte den Gemeinderäten, wie sich die Bauabschnitte in diesem Jahr entwickelt haben. Sie waren aufgeteilt in zwei Bereiche: „Abschnitt Strang Mitte und Süd“. Er berichtete, dass immer versucht wurde, die Abschnitte so klein wie möglich zu halten, damit die Bürger möglichst wenig belastet wurden, auch wurde vor jedem Abschnitt eine Information an die Bürger gegeben. Er meinte weiter, dass die Maßnahmen gut im Zeitrahmen liegen und die Flächen noch in diesem Jahr versiegelt werden.
Der Bereich Süd bot einiges an Herausforderungen. Acht Kilometer umfassen die Hauptleitungstrassen des Netzes nach drei Jahren Ausbau, an dessen einem Ende nun der größte Abnehmer der Wärmeversorgung, die Chiemgau-Klinik in Geisenhausen, angeschlossen ist. Für diesen Abschnitt und die ersten 800 Meter der Trasse konnte nur der Radweg direkt neben der Bundesstraße B305 genutzt werden. Hier lagen jedoch schon bis zu sechs Sparten im Boden, wie Telekom, Trinkwasser und andere. „Es war ein Mordsaufwand“, erinnert sich der Vorsitzende. Im Anschluss an den Radweg wurden 500 Meter Trasse über unbefestigten Grund durch Wiese und Wald verlegt. Hier konnten sich die Arbeiten am bestehenden Gelände orientieren und es mussten dafür keine größeren Bäume gefällt werden. Trotz der Herausforderungen wurde die Bauzeit auf den Tag genau eingehalten.
Zu den technischen Daten führte Georg Hacher aus, dass die aktuelle Auslastung des Heizwerkes bei circa bei 75 Prozent lägen. Es seien aktuell 115 Gebäude angebunden. Die Ausgangsleistung am Heizwerk würde an kalten Tagen schon über 2000 Kilowatt Kesselleistung betragen.
Georg Hacher zeigte den Plan für das kommende Jahr, der im Bereich Pettendorf liegt und ebenfalls einen großen Abnehmer beinhaltet, das Landhotel und Restaurant Weßnerhof. Für die Bauzeit ist hier ein Zeitplan von zehn Wochen angesetzt. Der Vorsitzende betonte, dass auch in diesem Abschnitt noch Kapazitäten für weitere Abnehmer frei wären.
Für 2027 ist der Bereich Niedernfels/Piesenhausen geplant. Hier liegen schon Zusagen von größeren Abnehmern vor.
Georg Hacher betonte, dass das ganze Unternehmen vollumfänglich mit eigenem Personal betrieben werden kann und lobte die Arbeit und Kompetenz seiner Mitarbeiter.
Klaus Hell (BfM), Mitglied des Verwaltungsrates der „Wärmeversorgung Marquartstein KU“, sprach seinen großen Dank aus für die Leistungen des Unternehmens. Der Aufwand sei gerechtfertigt. Er fand, es sei ein beispielhaftes Unternehmen in der Gegend, lobte die gute Organisation der Baustellen und konnte als Mitglied des Verwaltungsrates auch beurteilen, dass die Betriebsführung perfekt sei. Martin Riedl (CSU) war froh, dass sich damals der Rat für ein Kommunalunternehmen entschieden hat. Bei privaten Unternehmen müsse immer auf die Rendite geachtet werden, hier auf gute Entscheidungen. Er berichtete von Bewohnern aus der Rudersburger Straße, die ein dickes Lob für die Mitarbeiter ausgesprochen haben, für gute Zusammenarbeit und Hilfsbereitschaft, die Bürger seien der Meinung, „hier wurde ein guter Job gemacht.“
Auch Bürgermeister Andreas Scheck (BfM) war überzeugt, dass das Thema „Fernwärme“ im Ort auf einem guten Weg ist, es sei sicher kein Selbstläufer und es seien lehrreiche Erfahrungen gemacht worden, aber die Fernwärme sei auf dem besten Weg und wird sich weiterentwickeln.
Bürgermeister lobt
die Entwicklung
In der Gemeinde Marquartstein besteht im Ortskern ein durch Sanierungssatzung förmlich festgelegtes Sanierungsgebiet. Dies ermöglicht es unter anderem, über die Städtebauförderung Mittel für bestimmte Maßnahmen beantragen zu können. Hierzu ist jährlich eine Bedarfsanmeldung für das kommende Programmjahr bei der Regierung von Oberbayern zu stellen. Konkret geht es hier um die Bedarfsanmeldung für das Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm 2026 „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“, führte Geschäftsleiter Florian Stephan aus. Die Gemeinderatsmitglieder stimmten dem einstimmig zu.