Unterwössen – Hoch über dem Ortsteil Unterwössen entsteht derzeit ein Bauwerk, das dessen Wasserversorgung für die kommenden Jahrzehnte sichern soll: der neue Hochbehälter. Was im August mit dem Abtrag von 1.700 Kubikmetern Dolomitgestein begann, ist mittlerweile zu einem beeindruckenden Bauwerk herangewachsen.
Tonnenschwere
Betonelemente
Das Herzstück der Anlage bilden zwei zylindrische Wasserbehälter aus insgesamt 110 Fertigteilen, die eine weite Reise hinter sich haben. Aus Siegen in Nordrhein-Westfalen wurden die tonnenschweren Betonelemente angeliefert. Es war eine logistische Herausforderung, die präzise Planung erforderte. „Die Teile kamen per Sattelschlepper und mussten im Gewerbegebiet auf einen geländegängigen Unimog umgeladen werden“, erklärte Wassermeister Wolfgang Fladischer über das Projekt im Unterwössner Gemeinderat. Die schmale Bergstraße zur Baustelle ließ keine Alternative zu. Seit Mitte Oktober läuft die Montage der Fertigteile durch die Firma Fuchs in vier Abschnitten. Wie bei einem überdimensionalen Baukastensystem fügen sich die Wandsegmente zu den beiden Rundbehältern und dem dazwischen liegenden Technikraum zusammen. Ein blauer Spezialkran der Firma Klar hebt die mehrere Tonnen schweren Elemente millimetergenau an ihren Platz.
Ende Oktober war ein bedeutender Meilenstein erreicht: Die Deckenelemente wurden montiert. Eine spektakuläre Betontreppe führt nun hinab in den Technikraum, wo später Pumpen und Steuerungstechnik untergebracht werden. Die massive Bauweise aus Stahlbeton garantiert höchste Stabilität – notwendig bei den enormen Wassermengen, die hier gespeichert werden sollen.
Doch jetzt wird es kritisch: Die Abdichtung der Decken steht an, und die ist stark witterungsabhängig. „Wir hoffen auf trockenes Wetter“, sagt Fladischer. Nach der Abdichtung folgen die Verfüllarbeiten und Bodenbeläge. Ab Februar beginnt dann der Anlagenbau: Die Firma Zach installiert die Hydraulik, dazu kommen die elektrische Mess-, Steuer- und Regelungstechnik, Bedachung, Malerarbeiten und Außenanlagen.
Das Projekt ist Teil einer Gesamtinvestition von 1,7 Millionen Euro ins Unterwössner Wasserwerk. Davon entfallen rund 1,4 Millionen Euro auf den Hochbehälter-Neubau. Die moderne Fertigteilbauweise ermöglicht nicht nur eine schnelle Montage, sondern auch höchste Qualität: Jedes Element wurde unter kontrollierten Bedingungen im Werk gefertigt, immer im Bewusstsein, dass hier für das Lebensmittel Wasser produziert wird.
Ab Januar kommen
Ultraschall-Wasserzähler
Parallel zum Hochbehälter-Neubau treibt das Wasserwerk weitere Projekte voran: Ab Januar werden neue Ultraschall-Wasserzähler eingebaut. Über drei Jahre verteilt werden rund 330 Zähler pro Jahr getauscht. Sie verfügen über Funkauslesung, was die jährliche Ablesung deutlich vereinfacht.
Zudem ermöglichen sie über Schallmessung eine präzisere Leckortung im Netz. Undichte Stellen können schneller erkannt und behoben werden. Ein weiterer Pluspunkt: Die Gemeinde Unterwössen hat sich mit den Achentalgemeinden verständigt. Diese interkommunale Zusammenarbeit hilft, die umfangreichen Eichverfahren zu vereinfachen und den Austauschzyklus besser zu koordinieren.
Bei der Sanierung des Ortskanalnetzes setzt die Gemeinde immer wieder auf Eigenleistung und spart dann gegenüber einer Vergabe etwa 60 Prozent der Kosten ein.