Prien – Trotz des winterlichen Wetters versammelten sich zahlreiche Mitglieder des Kulturfördervereins, darunter der Ehrenvorsitzende Fritz von Daumiller sowie Priens Bürgermeister Andreas Friedrich und sein Stellvertreter, Michael Anner, zur Mitgliederversammlung im Bayerischen Hof.
Zu Beginn gedachte der Verein des kürzlich verstorbenen Künstlers Helme Heine, dessen Ausstellung „Requiem für die Neuzeit“ im vergangenen Jahr in der Galerie im Alten Priener Rathaus großes Aufsehen erregt hatte.
Georg Klampfleuthner, Vorsitzender des Kulturfördervereins, erwähnte das 40-jährige Jubiläum des Vereins. Er fügte hinzu: „Die große Party machen wir aber erst in zehn Jahren!“ Klampfleuthner betonte die Bedeutung von Kunst und Kultur, da sie kritisches Denken förderten und dazu anregten, andere Blickwinkel einzunehmen. Kunst sei ein unverzichtbarer Bestandteil einer Gesellschaft.
Der Jahresrückblick zeigte die Bedeutung Priens als Kunstort. Gemeinsam mit den Kuratorinnen Ute Gladigau und Inge Fricke, die zugleich Dritte Vorsitzende des Vereins ist, ließ Klampfleuthner das Jahr 2025 Revue passieren. Er erinnerte an die Ausstellung „Glas-Klang-Farbe“ mit Werken von Florian Lechner und Fritz Harnast, das Regionalmeeting der „EuroArt“ in Prien zu Ehren der Künstlerkolonie, die Ausstellung im Kronast-Haus mit Oeuvres von Anton Burger und Hugo Kaufmann unter dem Titel „Von Kronberg/Taunus an den Chiemsee“, die Ausstellung „Einklang und Umbruch“ mit Bildern der Malerin Ekaterina Zacherova, die „ART Chiemsee“ mit zeitgenössischer hochkarätiger Kunst, die Ausstellung „Stellner und Schüler“ sowie die Ausstellung auf der Herreninsel „Königsklasse – Könnt ihr noch?“ der Sammlung Moderne Kunst / Pinakothek der Moderne, ergänzt um einige Leihgaben, die sich – in Verbindung mit der Ausstellung „Der Wille zu Freiheit und Demokratie“ im Alten Schloss – der Kunst und der Demokratie widmeten.
Inge Fricke erwähnte zudem die Kulturfahrten nach Manching und Ingolstadt, die Künstlergespräche und die Kunst-Workshops. Alle Veranstaltungen lockten nicht nur Einheimische, sondern Kunstfreunde von nah und fern nach Prien und an den Chiemsee, so Fricke.
Die Kunstszene in Prien entwickelt sich stetig weiter: Im Rahmen der „Künstlerlandschaft 2025“ und der „Studioausstellung Pink Paradise“, die noch bis Sonntag, 25. Januar, in der Galerie im Alten Rathaus läuft, werden auch heuer wieder herausragende Künstler ausgezeichnet. Das kommende erste Halbjahr wartet mit besonderen Höhepunkten auf: Dazu gehören die Ausstellung Josef Werner im Kronasthaus mit Spitzenbildern (bis Sonntag, 11. Januar), die Fotografie-Ausstellung „not nice Girls“ – Sammlung Andra SpallArt (vom Samstag, 14. Februar, bis Sonntag, 12. April), die Ausstellung „innen außen“ mit Werken von Franz Xaver Angerer, die Ausstellung Nils Udo „Pionier der LandArt – Art and Nature“ und von Mitte Juli an die zwei Monate währende „Kunstzeit“ in Prien, inklusive Verleihung des Kunstpreises an Nachwuchskünstler. Ebenso sollte man sich das Jahr 2028 vormerken, wenn offiziell 200 Jahre Künstlerkolonie Chiemsee gefeiert werden.
Klampfleuthner dankte seinem Vorstandsteam, dem Beirat, der Jury und allen Ehrenamtlichen, der Marktgemeinde und der Priener Marketing für die Zusammenarbeit.
Schatzmeister Dr. Gregor Rieger präsentierte den Kassenabschluss. Birgit Feßler und Jara Hinrichsen hatten die Kassen überprüft. Es hätten sich keine Beanstandungen ergeben, so Feßler. Auf ihren Vorschlag hin wurde der Kassenbericht einstimmig von der Mitgliederversammlung angenommen, ebenso wurde der Vorstand einstimmig entlastet.
Klampfleuthner betonte, dass es erfreulich sei, dass viele Mitglieder dem Verein jahrzehntelang die Treue halten. So durfte er Andreas Grutsch ehren, der seit einem Vierteljahrhundert Mitglied ist. Bei seiner Gründung war der Verein nur wenige Mitglieder stark, mittlerweile zählt er 506 Mitglieder. Die Kunst wird also auf vielen Schultern getragen. Dies bewies der Jahresrückblick, und auch das kommende Jahr wird vielversprechend.elk