Traunstein – Mit einem großen Bewerberfeld hat sich der SPD-Kreisverband Traunstein für die Besetzung des neuen Kreistags im Rahmen der Kommunalwahl im März 2026 positioniert. Einstimmig votierten die 58 Kreisdelegierten bei der Aufstellungsversammlung im Wirtshaus zum Aubräu in Traunstein für die Bewerber um einen der 70 Kreistagssitze. Kreisvorsitzender Sepp Parzinger aus Bergen zeigte sich erfreut über den starken Zuspruch und sagte, die SPD wolle sich „mit Herz und Verstand für den Landkreis Traunstein einsetzen“ und damit ein Zeichen setzen gegen Hass und Ellenbogen. Zentrales Anliegen im anstehenden Wahlkampf sei für ihn, „die Lebensrealität der Bürgerinnen und Bürger wieder in den Mittelpunkt zu rücken“. Als Gewerkschafter setze er sich auf Listenplatz 1 für sichere Industriearbeitsplätze und gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region, regionale Wertschöpfung, gut finanzierte Bildungschancen, eine bezahlbare und saubere Energieversorgung sowie eine starke Wirtschaft und Investitionen in die Infrastruktur ein.
Dr. Bärbel Kofler, die auf Platz 2 kandidiert, berichtete von ihren Sorgen als langjähriges Kreistagsmitglied, Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin, „dass wir in manchen Regionen nur noch mit großen Schwierigkeiten Freiwillige für das kommunalpolitische Engagement finden.“ Damit sei die Herzkammer der Demokratie in Gefahr.
Von „aufschlussreichen Momenten und neuen Perspektiven“ als amtierender Landrat über vier Monate – anstelle des in den Bundestag gewechselten Siegfried Walch – erzählte Sepp Konhäuser, der seit knapp 30 Jahren für die SPD im Kreistag sitzt, davon mehr als 20 Jahre als Landrats-Stellvertreter. Auf Platz 3 der Kreistagsliste stellt sich der Ruhpoldinger erneut zur Wahl. Er sprach über die anstehende Entscheidung des Landkreises zum Eintritt in einen Verkehrsverbund mit München oder Salzburg und den starken finanziellen Druck, unter dem auch die regionalen Kliniken durch neuerliche Änderungen in der Krankenhausreform stünden.
Auf Platz 4 der aktuellen Kreistagsliste der SPD kandidiert die stellvertretende Kreisvorsitzende Daniela Baumann aus Trostberg. Die 41-jährige Stadträtin und Arzthelferin will sich „für eine wohnortnahe Gesundheitsvorsorge und -pflegeversorgung“ sowie für verbesserte Bedingungen für Pflegekräfte stark machen.
Platz 5 der SPD-Kreistagsliste hat der stellvertretende Kreisvorsitzende und Ortsvorsitzende Tobias Gasteiger inne. Der 38-jährige Verwaltungsfachwirt aus Grassau will sich als Sprecher der SPD-Arbeitsgemeinschaft Wohnen für die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Wohnen starkmachen. „Wir wollen damit die Kommunen unterstützen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“
Im weiteren Sitzungsverlauf stellten die einzelnen Kandidaten der 70 Listenplätze sich und ihre Ziele für den Kreistag vor. Unter der Wahlleitung von Fridolfings Bürgermeister Johann Schild, der sowohl als aktueller Fraktionsvorsitzender wie auch als Bürgermeister der SPD im kommenden Jahr nicht mehr zur Wahl antritt, wurden im Anschluss alle 70 Kandidaten für die Listenplätze der SPD-Kreistagsfraktion einstimmig bestätigt. eff