Streuobstwiese als Ausgleichsfläche

von Redaktion

Gelungene Baumpflanzaktion vom Landschaftspflegeverband mit Studierenden

Übersee – Bei nasskaltem Wetter legten Studierende der Landwirtschaftsschule des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Traunstein (AELF) und Schüler der Berufsschule III bei einer Obstbaumpflanzung in Übersee tüchtig Hand an. Auf einer neu angelegten Ausgleichsfläche der Gemeinde Übersee, gelegen neben dem Gemeinschaftsgarten nahe der Kirche in der Ortsmitte, begleitete Darko Kolbl, Lehrer der Landschaftsgärtnerklasse an der Berufsschule III, seine Schüler bei der Pflanzung von 16 Obstbäumen. Mit dabei waren auch Maximilian Rathmayer vom Landschaftspflegeverband Traunstein und später Übersees Bürgermeister Herbert Strauch.

Die Auszubildenden lernten an diesem Tag unter fachlicher Anleitung das richtige Pflanzen der Obstbäume, den Einbau eines Schutzkorbes gegen Wühlmäuse und das Anbinden der jungen Bäume an die zuvor eingeschlagenen Holzpfähle. Zuvor wurden die Pflanzlöcher per Hand ausgehoben, sodass bald keiner der rund 30 Helfer mehr die Kälte spürte. Nach dem Einwässern der Bäume demonstrierten die Experten an einem Baum den sogenannten Pflanzschnitt, den ersten Schnitt nach der Pflanzung. Jedes Jahr folgt darauf in den ersten zehn bis 15 Jahren der sogenannte Erziehungsschnitt. Dieser ist die Voraussetzung dafür, dass die Bäume langfristig stabile und luftdurchlässige Kronen ausbilden, ein hohes Alter erreichen und viele Jahre Früchte bringen. Der Landschaftspflegeverband hatte dafür auf den Standort angepasste, teils auch alte lokale Obstsorten ausgesucht, wie die Apfelsorten „Bergener Weinling“ und „Waginger Kalvill“.

In Übersee wird der Jahresschnitt später durch einen vom Pflegeverband beauftragten Baumpfleger durchgeführt.

Maximilian Rathmayer erklärte im Gespräch mit der Chiemsee-Zeitung, dass Obstanger nicht nur charakteristische Elemente der hiesigen vielfältigen Kulturlandschaft seien, sondern auch Hotspots der biologischen Vielfalt darstellten. Von Wissenschaftlern seien über 5.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten auf Streuobstwiesen nachgewiesen worden. Deshalb bemüht sich der Landschaftspflegeverband seit über 20 Jahren, den Rückgang dieser Biotope aufzuhalten und neue Streuobstwiesen anzulegen.

Bürgermeister Herbert Strauch war begeistert vom Arbeitseifer der vielen jungen Leute. Selbstverständlich gab es danach für alle Beteiligten eine kräftige Brotzeit.

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