100 seltene Spitzenbilder im Heimatmuseum Prien

von Redaktion

Weihnachtsausstellung „Fein geschnitten“ läuft noch bis 11. Januar

Prien – Das Heimatmuseum lädt zu seiner Weihnachtsausstellung „Fein geschnitten“ in die historischen Räume ein. Bürgermeister Andreas Friedrich erklärte, die Adventszeit sei etwas Besonderes. Sie rege zum Innehalten an und dazu, das Bedeutende im Kleinen zu entdecken. Die einhundert ausgestellten Spitzenbilder aus Pergament seien kleine Kostbarkeiten. Sie stammten aus Privatbesitz und würden erstmals öffentlich gezeigt. Sie erinnerten an eine Zeit, in der Kunst, Glaube und Handwerk noch eng verbunden gewesen seien, so das Gemeindeoberhaupt. „Nehmen Sie sich die Zeit, diese Meisterleistungen zu bestaunen und nehmen Sie sie als stillen Impuls für die Adventszeit mit nach Hause“, so seine Worte.

Kulturbeauftragter und Leiter des Museums Karl J. Aß erklärte in seiner Einführung, die kleinen Andachtsbilder mit Motiven des Jesuskinds, der Passion Christi, der Gottesmutter sowie von Heiligen seien im 18. Jahrhundert vor allem in Frauenklöstern gefertigt worden. Sie seien Luxusgegenstände, die vorwiegend im Klerus, beim Adel oder bei der gehobenen Bürgerschaft zu finden waren. Kennzeichnend sei, dass sie mit einem Stichel und sehr spitzen Klingen aus dem Pergament geschnitten worden seien, wobei die genauen Techniken unbekannt seien. Vieles sei ungeklärt, so auch die Datierung.

Mit der Auflösung der Klöster um 1800 sowie der Möglichkeit, Spitzenbilder mittels Stanzen maschinell herzustellen, sei diese außergewöhnliche, meditative Kunst verschwunden. Diese kleinen Kostbarkeiten gehörten zu den gefragtesten Objekten der Volkskunst und seien als Raritäten anzusehen. Die Novizinnen im 17. und 18. Jahrhundert seien vor allem zwölf- bis 14-jährige Mädchen gewesen, die mit ihren kleinen, feinen Händen diese Schmuckstücke hätten ausschneiden können.

Zu sehen sind die Exponate noch bis Sonntag, 11. Januar. Aus konservatorischen Gründen könne die Ausstellung nicht verlängert werden und „auch deshalb werden diese Preziosen nie wieder zu sehen sein“, betonte Kulturbeauftragte Karl J. Aß die Besonderheit der Exponate. wp

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