„KI kann nie das Menschliche ersetzen“

von Redaktion

Private Gastgeber im Chiemgau stellen Weichen für 2026 – Neuer Vorstand bei Jahresversammlung gewählt

Übersee – Der Verband der Privaten Gastgeber im Chiemgau hat gewählt: Bartholomäus Irlinger bleibt Vorsitzender, Klaus Gimpl sein Stellvertreter. Drei neue Gesichter ziehen in der diesjährigen Jahresversammlung im Wirtshaus Feldwies in den Vorstand ein. Kassiererin Elisabeth Gehmacher berichtet von einem soliden Überschuss. Die Diskussionen drehen sich um steigende Provisionen der Buchungs-Plattformen und digitale Sichtbarkeit. Insgesamt zeigt sich der Verband gut organisiert, wachsam gegenüber Entwicklungen – und voller Ideen für 2026.

Barthl Irlinger führte in die Jahresversammlung ein: „Ohne die Gastgeber sähe unser Chiemgau-Tourismus schon sehr alt aus.“ Der Verband wurde vor elf Jahren aus dem Wunsch gegründet, den privaten Gastgebern zwischen München-Oberbayern und Chiemgau eine eigene Stimme zu geben. Er zählt aktuell 128 Mitglieder und acht Förderer. In seinem Jahresbericht nannte der Vorsitzende Zahlen: „684 Millionen Euro beträgt touristische Wertschöpfung im Landkreis Traunstein. Ein Großteil davon kommt von unseren Gastgebern.“ In der Gemeinde Übersee sind es jährlich rund 200.000 Übernachtungen, berichtete deren Bürgermeister Herbert Strauch. Zwei Drittel entfielen auf den Campingplatz und den Wohnmobilstellplatz. „Ihr seid eine wichtige Säule“, wandte er sich an die Gastgeber. Er lobte die vielfältigen Unterkünfte des breiten Gastgeberangebotes, deren persönlichen Service, die hohe Qualität. Daraus folge eine Wertschätzung für den Verband, so Barthl Irlinger. Er erinnerte an das Jubiläum des Verbandes mit Staatsministerin Michaela Kaniber und verwies auf Partnerschaften mit heimischen Tourismusakteuren und politischen Entscheidungsträgern, auch über die Grenzen hinweg zu Partnern in Österreich.

„Der Verband bietet mehr als Worte“, stellte Barthl Irlinger in seinem Jahresbericht dar. So bekämen neue Mitglieder Paten zur Seite gestellt und könnten sich Gastgeber bei Umbauten, rechtlichen Fragen und Digitalisierung beraten lassen. „Wir haben einen Anwalt, und ich hoffe nicht, dass ihr ihn braucht. Aber wenn, dann wisst ihr, dass es ihn gibt“, schmunzelt Irlinger. Auch bei der Werbung hilft der Verband: Gastgeber-Schilder, Ansichtskarten mit dem Spruch „Im Chiemgau ist Bayerns Lächeln zu Hause“, Flyer und Blogbeiträge.

Die Kasse stimmt. Kassiererin Elisabeth Gehmacher legte die Zahlen vor und belegte einen Überschuss von über 8.000 Euro im Jahr 2024. Die Kassenprüfung durch Wolfgang Wimmer und Engelbert Pletschacher blieb ohne Beanstandungen.

Stefan Semmelmayr führte als Wahlleiter durch die Neuwahlen. Die Mitglieder bestätigten Bartholomäus Irlinger als Vorsitzenden, Klaus Gimpl als Zweiten Vorsitzenden und Elisabeth Gehmacher als Kassiererin – jeweils einstimmig per Handzeichen. Wolfgang Krause bleibt im Vorstand, neu hinzukommen Irmi Spannring und Katharina Schwangler. Letztere stellte sich selbst vor: „Ich bin erst seit sechs Jahren im Chiemgau, habe mich hier verliebt und geheiratet. Ich betreibe in Bergen ein innovatives Beherbergungskonzept und möchte Kreativität und neue Ideen, auch im Bereich KI, einbringen.“ Beisitzerin wurde zusätzlich Maria
Scheurl-Böhnlein.

Die Kassenprüfer Wolfgang Wimmer und Engelbert Pletschacher bleiben ebenfalls im Amt. Verabschiedet mit Applaus und einem kleinen Geschenk wurden Oliver Eisele und Johann Fernsebner, die nicht erneut kandidierten. Irlinger sagte: „Wir waren ein gutes Team. Ich hoffe, dass wir das auch in neuer Besetzung wieder werden.“

Die neue Mitarbeiterin im Vorstand, Carola Rottenmoser-Kinzel, stellt sich kurz vor. Sie arbeitet hauptberuflich bei der Tourist-Info Siegsdorf und unterstützt den Verband seit Mai.

Zum Abschluss lobte Mike Wielandner, Tourismusleiter in Übersee, die Gastgeber: „Ihr seid es, mit denen unsere Gäste die meiste Zeit verbringen – bei euch im Haus, beim Frühstück, auf Ausflügen. Das kann keine Plattform ersetzen.“ Irlinger schloss die Versammlung mit den Worten: „KI kann nie das Menschliche ersetzen.“ Ludwig Flug

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