Kulturfestival voll bunter Zwischentöne

von Redaktion

Erstes „Orchidee Festival“ im Traunsteiner Vereinshaus begeistert mehr als 300 Besucher

Traunstein – Ein ermutigendes Zeichen über den Witz, die Begeisterungsfähigkeit und die vielen Ausdrucksformen von Kunst und Kultur in der Großen Kreisstadt und darüber hinaus vermittelte das „Orchidee Festival in Traunstein“. Einen Tag lang wurde das Vereinshaus für die mehr als 300 Besucher auf drei Bühnen zum Zentrum von Wortkunst, Theater, Tanz, Musik, Clownerie, Performance und humoristischen Fantastereien.

Rege Nachfrage fanden eingangs zwei Workshops für Kinder und Jugendliche. Andreas Schantz gab dabei einen lustvollen Einblick in die Welt der Clowns. Svetlana Teterja Pater vermittelte Körperbewusstsein und Bühnenpräsenz. Starken Applaus ernteten im Anschluss die Minis des Tanzensembles der Musikschule. Mit sattem Sound heizte die Jugend-Big-Band des Chiemgau Gymnasiums ein und spielte Klassiker aus Rock, Pop und Jazz.

Unfreiwillige Hausmeisterprobleme hielten die beiden Clowns Mercedes und Ambrosia auf Trab, was immer wieder für Lachsalven sorgte. Starke Stimmen präsentierte im Anschluss Gesangslehrerin Friederike
Duetsch zusammen mit ihren „jungen Vokalisten“ aus der Musikschule, die aufhorchen ließen.

Verschiedene Facetten des Fremdseins und In-Kontakt-Tretens brachten Sophie Schmid, Rico Moiane, Katherina Droth und Bertram Wolter als Kollektiv Bzzz in ihrer kunstvoll-atmosphärischen Performance „Ankommen“ mit Tanz, Musik und Wortkunst zum Ausdruck.

Die Kulturreise ging weiter mit der Münchner Poetin Sina Bahr, die die Zuhörer mit ihrer so gefühlvollen wie emotionalen Wortkunst zu Begeisterungsstürmen hinriss. Ganz auf die Kraft des Wortes und erfrischender Gedanken setzten die sechs Poetinnen beim anschließenden Poetry-Slam unter der Moderation von Sarah Palooza. Die 21-jährige Annika Liebert aus Pfaffenhofen an der Glonn im Landkreis Dachau reimte dabei am überzeugendsten. Warum eigentlich nicht? Unter diese Frage stellte Tom Tak sein temporeich-verrücktes Stück aus Comedy und Zauberei.

Den Schlusshöhepunkt setzte das Multiinstrumentalisten-Trio der „Bavarian Immigrants“ mit Heribert Haider, Denise Weise und Stefan Knoll. Mehrstimmig, gewitzt, voller musikalischer Raffinessen und mit viel Gefühl erwärmten sie die Herzen des Publikums.

Die drei Initiatoren Bertram Wolter, Angelika Dollner und Svetlana Teterja Pater, die das „Orchidee Festival“ zusammen mit dem Vereinshaus, dem Jungen Ensemble Chiemgau und einem Helferteam organisiert haben, werteten die große Resonanz als „vollen Erfolg“ und denken an eine Fortsetzung im kommenden Jahr. Die Orchidee steht dabei als Sinnbild für Schutz und Pflege, die die auch bei uns wild wachsende Pflanze in speziellen Habitaten braucht, „um ihre volle Schönheit, Wirkkraft und Begeisterungsfähigkeit entfalten zu können – wie die regionale Kultur“, bringt es Bertram Wolter auf den Punkt. eff

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