Prien – In der vergangenen Sitzung des Priener Marktgemeinderats kam die Arbeit des Landschaftspflegeverbands Rosenheim zur Sprache, dessen Mitglied Prien seit 2017 ist. Zweck des Vereins ist die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege, wie die Diplom-Biologin Christiane Mayr erklärte. Hintergrund der Präsentation waren die erheblichen Mittelkürzungen des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz. Wie Mayr erläuterte, würde der Verein die Streuwiesen am Chiemsee-Ufer sowie im Priental entbuschen und wieder der Landwirtschaft zuführen. Diese Streuwiesen seien eine „Arche Noah für bedrohte Arten“. Von rund 1,4 Millionen Euro Zuwendungen 2024 seitens der Landesregierung seien die Mittel 2025 auf rund 21 Prozent auf 300.000 Euro reduziert worden. Dies würde auch die Landwirte treffen, die für den Verband gearbeitet hätten. Für Prien bedeute es, dass nur noch ein Teil der Flächen, die es nötig hätten, bearbeitet werden könnte. Wenn man die offenen Flächen zuwachsen ließe, drohe ein Artenverlust, da sie verbuschten und Wald entstünde.
Beispielsweise wachse am Prien-Ufer das Schilf meterhoch. Würde man die Flächen davon befreien und die Wiesen einige Male mähen, würden dort wieder Blumen wachsen und es entstünde eine Artenvielfalt, die seltene Pflanzen sowie Insekten ansiedeln ließe. Mit diesen Arbeiten würde man das Landschaftsbild verschönern, die Wanderwege ausweiten und die Sicht auf die Natur freihalten. In diesem Zusammenhang sei der Biber ein Problem, der zu Überschwemmungen der Wiesen sorge, sodass diese nicht mehr gemäht werden könnten. Durch die aktuelle Entwicklung sei der Verein auf Spenden angewiesen.
Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) dankte für den Vortrag und sagte, der Markt Prien werde mit gutem Beispiel vorangehen und den Verein mit 3.000 Euro unterstützen. Mit der Zuwendung solle die Fläche am Triebwerkskanal freigehalten werden. Mit Blick auf den Uferweg am Chiemsee sagte er, die Bayerische Schlösserverwaltung erhalte vom Markt Prien eine Pacht in sechsstelliger Höhe – und dennoch „pflegen sie ihr Eigentum nicht. Es wäre schön, wenn auch sie sich an dieser Landschaftsinstandhaltung beteiligen würden“.
Das Gremium nahm die Ausführungen zur Kenntnis und beschloss die Zuwendung einstimmig.wp