Traunstein – Der Abschnitt ist zwar nur 66 Meter lang, aber er soll den Stadtparks und der Bahnhofstraße ein neues Gesicht verleihen: Der Traunsteiner Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung der Sanierung grünes Licht gegeben. Schon im kommenden Jahr geht der Umbau über die Bühne. Die Bahnhofstraße ist mit ihrem Pflaster in jenem Bereich schon seit Längerem sanierungsbedürftig. Jetzt will die Stadt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Es gelte, die Straßensanierung mit einer höheren Aufenthaltsqualität und ökologischen Maßnahmen zusammenzudenken, so Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU).
„Bauminseln“
wie am Maxplatz
Landschaftsarchitekt Axel Lohrer stellte die Pläne vor. Die Straße zwischen den Parks soll künftig weniger „trennend“ wirken. Die Stadt will im Übergangsbereich zwischen Straße und Gehsteigen „Bauminseln“ wie am Maxplatz errichten. Überhaupt orientiert man sich am Maxplatz: das gleiche Pflaster, Verkehrsberuhigung, Schrittgeschwindigkeit. „Wie am Maxplatz soll es ein gemeinsamer Bereich von Fußgängern und Autos werden“, so Axel Lohrer: „Der Abschnitt soll ein gärtnerisches Bild bekommen, nicht wie eine klassische Straße.“ Insgesamt 23 zusätzliche Bäume sind geplant. Auch wenn für die eigentliche Bahnhofstraße 5,50 Meter Breite bleiben müssen: Die Übergänge der Parks in die Straße sollen fließender werden, die Parks dadurch größer wirken. Damit entsteht neuer Raum. Planer Lohrer nannte nur einige mögliche Beispiele: eine Eisstockbahn im Winter, eine „Beach Area“ im Sommer, eine Bühne für Veranstaltungen oder vielleicht der Christkindlmarkt im kommenden Winter. In den Augen von Oberbürgermeister Hümmer steht fest: „Dieser Abschnitt soll das Zentrum der Bahnhofstraße werden.“ Die Gesamtkosten liegen bei gut 1,5 Millionen Euro. Bis zu 80 Prozent davon zahlt die Städtebauförderung des Freistaats.
Mit einer Mehrheit von 26 zu zwei Stimmen wurden die Pläne vom Stadtrat verabschiedet. Ulrike Hoernes und Simon Steiner von der „Traunsteiner Liste“ stimmten dagegen, ohne sich zu äußern.
Für Georg Osenstätter (Initiative Traunstein) ist die Maßnahme „wirklich gelungen – und auch, dass man die erfolgreichen Elemente des Maxplatzes übernimmt“.
Helga Mandl (Grüne) lobte eine sich jährlich verbessernde Aufenthaltsqualität in der Stadt und ihr Parteikollege Thomas Stadler freute sich über große unterirdische Wasserspeicher für die neuen Bäume. Die Hoffnung von Nils Bödeker (SPD): Wie am Maxplatz erkennen Autofahrer künftig auch in der Bahnhofstraße, „nicht einfach durchheizen“ zu können.
Im ersten Schritt gehen 2026 die Stadtwerke in den Untergrund. Zur Halbzeit der Maßnahme wird pausiert. Dann wird der Stadtpark für die Rosentage, den Patronatstag der Gebirgsschützen und den Regionaltag gebraucht. Danach geht die Stadt an die Pflasterung und die Oberflächengestaltung. Oberbürgermeister Hümmer sprach von einer „großen Achse vom Jacklturm bis zum Bahnhofplatz“, die die Stadt in Angriff nimmt beziehungsweise schon genommen hat. Das „dickere Brett“ sei der Bahnhofsvorplatz.
Aufenthaltsqualität
steigt stetig
Mit den „Hartinger“-Bürogebäuden und dem Hotel-Neubau in den Startlöchern geht aber auch hier schon etwas voran. Bereits vor knapp drei Jahren rief die Stadt einen Architektenwettbewerb aus, der Ideen zur Umgestaltung des Areals sammelte.