Mehrangebot für Touristen

von Redaktion

Prien erweitert Gästekarte auf MVV-Region – Marktgemeinderäte stimmen einhellig zu

Prien Die Gästekarteninhaber in Prien profitieren ab 2026 von einem deutlich erweiterten Geltungsbereich, ohne dass dem Markt dabei große Mehrkosten entstehen. Was hat die Marktgemeinde davon? „Der Gast bleibt länger, wenn es auch abseits von Prien und dem See interessante Ziele für ihn gibt“, fasste es Gunther Kraus (CSU) im Priener Gemeinderat zusammen.

Kosten in Höhe von
knapp 54.000 Euro

Hintergrund ist der Beitritt des Landkreises Rosenheim zum Münchner Verkehrsverbund (MVV), der seit Dezember 2023 für einen einheitlichen Tarif im öffentlichen Personennahverkehr und Schienenpersonennahverkehr sorgt.

„Der MVV ist erst mit der Erweiterung auf den Landkreis Rosenheim mit dem Thema ‚Gästekarte‘ konfrontiert worden, vorher gab‘s das bei denen nicht“, so Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) im Wirtschafts- und Tourismusausschuss. Zum 1. April 2024 trat zwischen dem Markt Prien und dem MVV ein Vertrag in Kraft, der die Anerkennung von Gästekarten für die Zonen 7 bis 11 regelt. Für das Jahr 2025 rechnet Prien bei rund 8.052 Nutzungstagen mit Kosten in Höhe von knapp 54.000 Euro für diese Anerkennung. Um die Nutzung des MVV-Angebots für Gäste künftig zu vereinfachen, wird das Gästekartenmodell ab 2026 auf zwei Varianten reduziert: Variante 1 gilt für vier Zonen inklusive Prien. Variante 2 umfasst die Zonen 5 bis 12 und würde bei einer Erweiterung des Verbundgebiets – etwa Richtung Garmisch-Partenkirchen – automatisch ausgedehnt. Neu hinzukommen soll außerdem ab 2026 ein Alpenbus, der in den Zonen 6 und 7 enthalten ist. Die ab 2026 gültigen Preise betragen laut Beschluss des MVV 5,36 Euro für Variante 1 und 6,69 Euro für Variante 2, jeweils pro Nutzungstag. Die Umwandlung in Wochenkarten entfällt, und ab 2027 werden die Preise jährlich mit der durchschnittlichen MVV-Tariferhöhung angepasst.

Berechnungen auf Basis der aktuellen Nutzung ergeben für Prien laut Verwaltung im Jahr 2025 Kosten von 43.155,10 Euro bei Auswahl von Variante 1 und 53.863,36 Euro bei Variante 2. Letztere liegt leicht unter den bisherigen Kosten, bietet jedoch ein deutlich erweitertes Zonenangebot für Gäste. Das findet die Verwaltung „sehr attraktiv“, sind darin doch auch Ziele wie Wasserburg – „bei unseren Gästen ein sehr beliebtes Ausflugsziel“, so Florian Tatzel, der Touristiker in der Verwaltung – Kufstein oder Garmisch-Partenkirchen enthalten. Aschau, Bad Endorf und Rosenheim sowieso. „Für ein paar tausend Euro mehr sind sämtliche touristisch interessanten Ziele der Region eingebunden“, so Priens Bürgermeister Friedrich. Was auch Tatzel gefällt: „So können wir (die Tourist-Info, Anm. d. Red.) und auch die Gastgeber sagen: ‚Das ist alles in der Karte drin, da können Sie mit der Gästekarte hin‘.“ Vielleicht mit Umsteigen, aber ohne Nachlösen.

Wie viele Gäste die Karte tatsächlich als MVV-Ticket nutzen, lässt sich kaum erfassen, so Tatzel auf Nachfrage von Ulrich Steiner (Die Grünen). Zwar fällt mit Variante 2 die eine oder andere Gemeinde weiter im Westen des Landkreises Rosenheim raus, aber „es sind München und Salzburg gefragt, nicht Ostermünchen“, formulierte es Kersten Lahl (BfP) knapp.

Ausgedehntes Netz
bringt hohen Mehrwert

Kraus berichtete, dass er erst vor Kurzem bei einem Besuch von Verwandten gemerkt hat, welch ein Mehrwert ein ausgedehntes Netz der Gästekarte ist. Ökologisch sinnvoll wäre zudem, wenn die Gäste in Prien Ausflüge mit dem ÖPNV unternehmen, „das sollte uns die 10.000 Euro wert sein“, so Michael Anner (CSU).

Das sahen auch die anderen Ausschussmitglieder so und votierten einstimmig für Variante 2 und das ausgedehntere ÖPNV-Netz als Bestandteil der Gästekarte.

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