Prien – In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats wurde über die Fundtier-Pauschale des Tierschutzvereins Rosenheim beraten. Der Tierschutzverein hatte die entsprechende Vereinbarung zum 30. November auch mit anderen Gemeinden gekündigt.
Wie Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG) erklärte, sah sich der Verein nicht mehr in der Lage, die Kosten zu decken und rechnet nun im Einzelfall ab. Zwar hatte das Gremium die Pauschale Anfang 2025 von 0,50 auf 0,75 Cent pro Einwohner erhöht. Der Tierschutzverein hätte sich aber einen Euro pro Einwohner gewünscht. Für eine Katze würden 22 Euro, für einen Hund 35 Euro pro Tag des Aufenthalts anfallen, so Friedrich. Kersten Lahl (BfP) erklärte, dies sei das Ergebnis, dass man den Kompromiss, einen Euro pro Einwohner zu zahlen, nicht eingegangen sei. Man habe die Sorgen des Tierheims nicht ernst genommen. Es sei eine gemeindliche Pflichtaufgabe und eine ethische Sache, dies zu tun. Man müsse das Gespräch mit dem Tierheim suchen und andere Gemeinden mit ins Boot holen.
Geschäftsleiter Donat Steindlmüller ergänzte, dass das Tierheim im Jahr 2024 Kosten in Höhe von 1,4 Millionen Euro habe stemmen müssen. Der Landkreis habe es mit 260.000 Euro bezuschusst – insofern hätte auch eine Zuwendung des Marktes Prien in Höhe von einem Euro pro Einwohner nicht gereicht, um das Defizit zu verhindern. Im Jahr 2025 hätte der Markt 8.000 Euro an das Tierheim bezahlt.
Auf Nachfrage von Angela Kind (Die Grünen) erklärte Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG), dass man zwischen drei und zwölf Tiere pro Jahr an das Tierheim weitergebe. „Bei einem Hund, der sechs Monate dort verbleibe, entstünden Kosten in Höhe von 6.000 Euro, bei zehn Hunden würde sich das auf 60.000 Euro summieren“, so Friedrich. Der Rat stimmte einhellig dafür, an der Zusammenarbeit mit dem Tierheim und der Einzelabrechnung festzuhalten, da unter anderem auch geeignete Alternativen fehlten. WP