Haus von Menschen für Menschen

von Redaktion

Feier zum 25-jährigen Bestehen des Grassauer Gesundheitszentrums – Erinnerung an Gründerin Irmela Scheidle-Horkel

Grassau – Menschen in schwierigen Phasen ihres Lebens zu helfen, war ein Anliegen von Irmela Scheidle-Horkel, der Gründerin des Gesundheitszentrums in Mietenkam. Ihr gelang es, Therapeuten unterschiedlicher Fachrichtungen zusammenzubringen. Sohn Michael Scheidle führt das offene Haus ganz im Sinne seiner Mutter weiter. Nun hat das Gesundheitszentrum sein 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Therapeuten
feiern gemeinsam

Alle Therapeuten aus diesem Anlass zusammenzubringen und gemeinsam zu feiern, das gelang dank der Initiative von Lisa Hillermeier. Sie organisierte das Fest im Mietenkamer Dorfsaal. Lange dauerte es, bis die Jugend- und Jugendpsychotherapeutin alle ihre Kollegen vorstellte, denn mittlerweile nutzen 15 Kollegen die Räumlichkeiten. Neben weiteren Psychotherapeuten mit unterschiedlichen Schwerpunkten konnte sie auch Physiotherapeuten und Psychiater begrüßen. Sie informierte, dass Michael Scheidle mit dem Haus das Erbe seiner Mutter Irmela Scheidle-Horkel weiterträgt. Die überaus engagierte Irmela Scheidle-Horkel habe immer „ein Haus von Menschen für Menschen“ haben wollen und so sei „ihre Tür für alle Anliegen offen gestanden“. Helfen war die Devise von Irmela Scheidle-Horkel. Diese Grundintention wird von all denjenigen, die im Haus arbeiten, weitergetragen. Insgesamt kümmern sich 15 Therapeuten um ihre Patienten. Etliche der Therapeuten sind in Kliniken beschäftigt und fahren zu Therapiestunden ins Achental, um näher an den Patienten zu sein.

„Man muss Feiern nicht nur wollen, sondern auch können“, lobte Bürgermeister Stefan Kattari das Fest, bei dem sich alle einbrachten. Er ging noch tiefer in die Geschichte des Gesundheitszentrums ein und informierte, dass es die Einrichtung schon seit 50 Jahren gibt, wobei der Name vor 25 Jahren geändert wurde. Die Gründerin Irmela Scheidle-Horkel, die im Jahr 2021 verstorben ist, sei eine prägende Person gewesen, die in der Kommunalpolitik viel angestoßen hatte. In drei Wahlperioden habe sie ihren Blick eingebracht, den er als sehr wertvoll erachtete. Ihr Hauptanliegen sei es gewesen, die Kinder, Jugendlichen und Familien zu unterstützen. Sie gründete den Verein „Tipi“, unter dessen Dach auch die Initiative „Chiemgauer Kinder in Not“ agiert. Die Unterstützung sei damals wie heute sehr wichtig. Beeindruckt sei er, was geleistet werde, und dankte für die seltene Gelegenheit, so viele Experten auf einmal zu sehen.

Wie wichtig und wertvoll die Arbeit ist, zeigte Diplom-Psychologe Michael Bachg in seiner Erklärung der „Feeling Seen“-Methode und wie ein Therapeut mit geschickten Fragen erkennt, was das Kind bedrückt.

Michael Bachg, Begründer der „Feeling Seen“-Methode und einer der bekanntesten Kinder- und Jugendpsychotherapeuten Deutschlands, stellte in seinem Fachvortrag diesen Familientherapie-Ansatz vor. Dabei geht es um Psychotherapie mit dem Kind oder Jugendlichen in Gegenwart der Eltern. Das Kind kann dadurch seine emotionale Not so deutlich machen, dass die Eltern unmittelbar empathisch sein können, was die weitere Therapie sehr erleichtert. Michael Bachg lehrt seinen innovativen Ansatz seit circa 20 Jahren in Osnabrück und im CIP-Institut in München.

Amüsant wurde es dann am Abend, als der Chiemgau-Autor Michael Schorr bayerisch-philosophische Gedichte las. Selbst früher Arzt und Psychotherapeut, jetzt aktives Mitglied der Chiemgau-Autoren, begeisterte er sein Publikum mit Betrachtungen der Heimat aus entfernter Perspektive, nämlich dem Weltall, und lieferte wertvolle Erkenntnisse über die subjektiv empfundene Dauer der Ewigkeit. In „Äbbas und Nix“ beschäftigte er sich schließlich mit der Frage, ob es denn das Nichts gäbe und dieses dann „Äbbas“ sei oder eben „Nix“ oder beides. Virtuos begleitet wurde er von Stefan Eckmüller, Bandmitglied der „Fifty Strings of Munich“ und Leiter des Pasinger Zitherorchesters.

Heilung für
Psyche

Mit einem schönen, gemütlichen Abend in gelöster Stimmung wurden 25 Jahre Gesundheitszentrum gefeiert. Es werden weitere Jahre hinzukommen, denn es ist ein Platz der psychischen Gesundheit dank vieler Therapeuten, die sich um Kinder und Erwachsene kümmern.

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