Zum Bericht „Enkelkinderberg“ und „Rentner-Tsunami“? Warum Grassau gelassen bleibt“ (Lokalteil)
Im Artikel vom 29. November über die Bevölkerungsentwicklung in Grassau ist unter anderem von einem „Rentner-Tsunami der Babyboomer“ die Rede. Es erscheint inzwischen opportun, in der öffentlichen Debatte die designierten Ruheständler der kommenden Jahre als Bedrohung darzustellen. Ein ähnliches „Framing“ wie bei der sogenannten „Mütterrente“ bei der es lediglich um eine Gleichstellung von Rentenansprüchen von Müttern, die ihre Kinder vor 1992 zur Welt gebracht und erzogen haben und damit wiederum für neue Beitragszahler in die Renten- und Sozialkassen gesorgt haben. Zur Erinnerung: Es waren die Babyboomer, die die Renten der Ruheständler in den vergangenen 40 Jahren finanziert haben. Sie haben also ihren Part des Generationenvertrages bereits erfüllt. Es ist also durchaus legitim, dass dies in der Hoffnung geschah, dass folgende Generationen diesen Solidarpakt ebenso erfüllen werden, um ihrem Ruhestand eine finanzielle Grundlage zu schaffen. Diese Hoffnung als Bedrohung zu diffamieren, mag wohl in der Öffentlichkeit schnelle Aufmerksamkeit verschaffen, wird aber kaum zu einer Lösung der wachsenden Rentenproblematik beitragen.
Solidarität, gerade zwischen den Generationen, war hierbei immer ein konstruktiver und daher hilfreicher Weg. Konfrontation durch mediale Polarisierung wird immer nur Verlierer schaffen.
Georg Beyschlag
Grassau