Grabenstätt – In den Bürgerversammlungen in der Grabenstätter Schlossökonomie und im Gasthof Fliegl in Erlstätt hat Bürgermeister Gerhard Wirnshofer die wichtigsten Gemeinderatsbeschlüsse und umgesetzten Maßnahmen Revue passieren lassen und auf das vorausgeblickt, was in näherer Zukunft geplant ist. Die beste Nachricht kam aber zum Schluss, denn wie der Rathauschef verkündete, sei man dem seit Jahrzehnten vergeblich anvisierten Radweglückenschluss zwischen Tettenmoos und Erlstätt nun einen bedeutenden Schritt nähergekommen.
Von Tettenmoos
nach Erlstätt per Rad
Nachdem die Grundstücksverhandlungen mit einem Anlieger über viele Jahre zu keinem Erfolg geführt hatten, konnten nun auf der anderen Seite der Kreisstraße TS3 vier Grundstückskäufe fixiert werden, dank derer der Landkreis als Straßenbaulastträger die Straße verlegen und dann auch den Geh- und Radweg bauen könne. Mit der Umsetzung sei voraussichtlich 2027 zu rechnen.
Seinen gut einstündigen Rechenschaftsbericht hatte Wirnshofer mit der Bauleitplanung begonnen. Aus Sicht der Gemeinde stehe dem Baubeginn des großen Edeka-Gebäudes mit Wohnungen und vielem mehr in der Chieminger Straße in Grabenstätt nichts mehr im Weg, betonte er mit Verweis auf den Bebauungsplan „Sondergebiet großflächiger Einzelhandel“. Die Baugenehmigung sei bereits erteilt worden. Was das Baugebiet an der Tüttenseestraße in Grabenstätt anbelange, liege die Baugenehmigung des Bauträgers für die sechs Mehrfamilienhäuser und zwei Tiefgaragen bereits seit Frühjahr 2024 vor. Seit geraumer Zeit liefen dessen Bautätigkeiten im westlichen Bereich (Tiefgaragen und erstes Gebäude). Mit der Fertigstellung der Erschließungsanlagen durch die Gemeinde im östlichen Bereich sei wohl noch heuer zu rechnen und im westlichen Bereich des Bauträgers im Frühjahr 2026. Ziel der gemeindlichen Bauleitplanung sei es, so Wirnshofer, Bauland für junge Familien zu schaffen. Geplant seien 13 Einzel-Parzellen mit vier Doppelhäusern und fünf Einfamilienhäusern sowie zwei Reihenhäuser mit einem Vier-Spänner und einem Drei-Spänner. Die Online-Plattform für Interessenten sei bereits freigeschaltet. Die Vergabe erfolge nach dem Kriterienkatalog der Gemeinde, der bald im Gemeinderat überarbeitet, beschlossen und bekannt gegeben werde. In der Ausarbeitung der Umweltthemen befänden sich die Freiflächen-PV-Anlagen-Verfahren zum geplanten „Bürgersolarpark Erlstätt“ und zur geplanten „Photovoltaikanlage Aberg“.
Für den Kiesabbau bei Kraimoos – gegen das Vorhaben hatte sich die Gemeinde vergeblich gewehrt – habe man es erreicht, dass die Zu- und Abfahrt über private Flächen südlich des Abbaugebietes in Richtung Osten zur Kreisstraße TS2 verlaufen werden könne. „Eine zusätzliche Belastung für den Ortsteil Kraimoos konnte dadurch vermieden werden“, freute sich Wirnshofer. Ein großer Dank gelte auch hier den beteiligten Grundstückseigentümern. Nachdem die Baugenehmigung für elf Wohnungen mit Stellplätzen und zwei Gewerbeeinheiten bereits im September 2024 erteilt worden sei, liefen aktuell die Abbrucharbeiten am alten Gasthof zur Post am Grabenstätter Marktplatz, so der Rathauschef. Nach dem Abriss werde der Bauträger Wohnlinie GmbH den Neubau vorantreiben, der in seiner Kubatur bewusst an das Vorgängergebäude erinnere. Im neuen Gebäude sei auch eine öffentliche Toilettenanlage vorgesehen. Das Projekt sei ein wichtiger Beitrag zur Belebung des Marktplatzes, hieß es.
Mit Blick auf die gemeindliche Wasserversorgung, die alle Ortsteile der früheren Gemeinde Oberhochstätt versorgt, erinnerte Wirnshofer an das im September 2024 zum Abschluss gebrachte Verfahren zum Schutz des Trinkwassers aus dem Brunnen „Eggerhauser Holz“. Da die alte Einrichtung aus dem Jahr 1955 stamme, sei nach mehreren Voruntersuchungen und einer Machbarkeitsstudie für die Sanierung der Grundsatzbeschluss über den Neubau eines Hochbehälters als Gegendruckbehälter „für eine nachhaltige und redundante Versorgung“ gefasst worden. Das Trinkwasservolumen werde sich dadurch von 275 auf 500 Kubikmeter erhöhen. Der Planungsauftrag sei 2023 an das Ingenieur-Büro Dippold & Gerold gegangen.
Der Grunderwerb für den neuen Hochbehälter in Vocking und für ein Mischgebäude an der Hirschauer Straße sei bereits erfolgt und die Baugenehmigung liege vor. Wirnshofer zufolge müssten noch die Fördermöglichkeiten abschließend geklärt werden. Erst dann könne die Kalkulation der Verbesserungsbeiträge erfolgen. Sobald hier Klarheit herrsche, werde man zu einer Informationsveranstaltung für die betroffenen Anschlussnehmer einladen, versicherte er.
Schuldenfrei
trotz Investitionen
Finanziell steht die Gemeinde nach wie vor sehr gut da. „Wir sind seit vielen Jahren schuldenfrei und müssen trotz großer Investitionen weiterhin keine Darlehen aufnehmen“, freute sich Wirnshofer. Man habe aber 6,24 Millionen den Rücklagen entnehmen müssen.