Traunstein – Es dürfte ein Panorama über die Stadt werden, wie man es sonst kaum bekommt: Ins oberste Stockwerk des Hauptgebäudes auf dem Gelände des „Campus Chiemgau“ soll eine „Sky Bar“ einziehen. Das wurde auf der jüngsten Sitzung des Traunsteiner Stadtrates bekannt. Aus 21 Metern Höhe wird man dort über die Dächer der Stadt und in die Alpen blicken können. Die Bar wird sich im sechsten Obergeschoss befinden, mit Blickrichtung Südwest.
Pächtersuche
ist bereits angelaufen
„Geplant ist ein Barbetrieb mit Gastrofunktion“, berichtet der Bauherr, das Traunsteiner Landratsamt, auf Nachfrage der Chiemgau-Zeitung. Ziel sei eine weitere „Option für das studentische Leben“. Aber selbstverständlich soll jeder die „Sky Bar“ besuchen können. Geht es nach dem Landkreis, hat die Bar auch abends und nachts geöffnet. Öffnungszeiten bis 22 Uhr seien problemlos möglich. In der Nachtzeit müsse das Thema Lärm- und Nachbarschutz beachtet werden. „Das sollte am Campus-Standort jedoch zu regeln sein.“ Geplant ist eine Größe von 150 Quadratmetern mit 50-Quadratmeter-Terrasse.
Die Pächtersuche läuft über das Kommunalunternehmen Chiemgau Invest. Nach jahrelanger Ausarbeitung wurde der Bebauungsplan nun einstimmig vom Traunsteiner Stadtrat verabschiedet. Im Frühsommer sollen die Bagger anrollen, dann wird mit dem Bau der Tiefgarage begonnen. Ursprünglich plante der Landkreis eine zweistöckige Tiefgarage mit 620 Plätzen. Jetzt sollen es nur noch 75 Stellplätze in der Tiefgarage und dazu 88 oberirdische Stellplätze werden, wie in der Stadtratssitzung bekannt wurde. Außerdem bekommt der Campus eine große Aula. Die Versammlungsstätte ist für 450 Personen ausgelegt.
„2019 war noch mancher skeptisch, die Hochschule sei vielleicht nur eine Seifenblase“, sagt Oberbürgermeister Christian Hümmer (CSU). Doch jetzt sei „die große Chance Campus mit Händen zu greifen.“ Studiert wird in Traunstein aber schon längst, am Stadtplatz, im ehemaligen Sparkassengebäude, und auch im früheren Ruhpoldinger Krankenhaus.
Vor drei Jahren begann der erste Vollzeit-Studiengang E-Commerce und das berufsbegleitende Studium Maschinenbau mit Schwerpunkt Digitalisierung. Rund 300 Studenten sind schon jetzt eingeschrieben, dazu sind sechs Professoren tätig. Das Campus-Gelände soll bis spätestens 2029 fertig sein.
Die Kosten dürften bei 100 Millionen Euro liegen. Vom Freistaat Bayern kommt ein Zuschuss in Höhe von 30 Millionen Euro. Einige Studentenwohnheime sind schon eröffnet: an der Kreuzung Lerchenweg/ Rupertistraße, zwischen Gesundheitsamt und Bahnhof und auch das Vinzentinum in Ruhpolding wurde für sie umfunktioniert.
Gesamtkosten liegen
bei 100 Millionen Euro
Die Preise für ein Zimmer bewegen sich zwischen 470 und 580 Euro warm. Das größte studentische Wohnprojekt soll aber später einmal auf dem Campus-Gelände an der Güterhallenstraße selbst entstehen.