Ruhpolding – Von flotter Musik umrahmt fand die Aufstellungsversammlung der „Vereinigung Ruhpoldinger Bürger“ (VRB) im Hotel „Zur Post“ statt. Unter Führung der seit 2020 gewählten Doppelspitze der VRB, Maria Hipf und Thomas Ringsgwandl, fand die Vorstellung der 22 Kandidaten statt. Die VRB hat keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten, sondern unterstützt einhellig den amtierenden Bürgermeister Justus Pfeifer. Der hielt gleich zu Anfang eine ausführliche Rede, in der er darstellte, welche Fortschritte die Gemeinde während der vergangenen fast sechs Jahre gemacht habe. Es seien 150 neue Wohnungen geschaffen worden, darunter in Kooperation mit „Bayernheim“ auch 24 für Menschen mit kleinerem Einkommen. Als „echtes Zukunftsprojekt“ bezeichnete Pfeifer den „Campus Chiemgau“ im ehemaligen Krankenhaus. Statt eines „drohenden Auffanglagers für Asylbewerber“ sei mit der TH Rosenheim durch seine Bemühungen eine Hochschule nach Ruhpolding geholt worden, wo die ersten 60 Studenten vor wenigen Wochen ihr Studium gestartet haben. Langfristig würden es über 200 junge Menschen sein, die den Ort bereichern. Pfeifer ist stolz auf die parteiübergreifende Arbeit von CSU und VRB und würdigte auch die kürzlich verstorbene Dritte Bürgermeisterin Siegi Haitzer (SPD), die ihn immer unterstützt habe.
Hier die fünf Top-Kandidaten der VRB in der Reihenfolge ihrer Listenplätze: Erster ist Ludwig Böddecker, Zweiter Bürgermeister, 18 Jahre Gemeinderat und Bezirksalmbauer, 63 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, im Vorstand der Jagdgenossenschaft und Kreisvorstandschaft des Bauernverbands. Sein Motto ist „überlegt abwägen und entschlossen handeln“. Er empfahl, bei allen Entscheidungen des Gemeinderats zu überlegen, „würde ich das mit meinem Geld auch machen?“ Heute seien die meisten Ruhpoldinger verwöhnt, aber nicht alles davon könne so weitergehen.
Maria Hipf, 54, verheiratet, zwei Kinder ist Grundschulrektorin in Otting-Wonneberg und führt mit Thomas Ringsgwandl die Doppelspitze der VRB an. Sie ist Familienbeauftragte der Gemeinde und Mitglied der Ruhpoldinger Heimatbühne. Die Ruhpoldinger seien sehr hilfsbereit und es gebe ein gutes Miteinander. Im Januar möchte sie regelmäßig einen politischen Frauentreff parteiübergreifend organisieren.
Thomas Ringsgwandl, 53, ledig, Kunstmaler und Musiker, Fraktionssprecher und im Vorstand der VRB, ist seit fast zwölf Jahren im Gemeinderat Mitglied, beim Trachtenverein „D´Rauschberger“ und im Burschenverein. „Ich bin ein harmonischer Typ“, sagte er und deshalb wolle er die Gemeindepolitik gerne weiter mitgestalten.
Gitti Linsmeier, 48, Buchhalterin und Gastgeberin, hat eine 16-jährige Tochter und leitet den Ruhpoldinger Jugendtreff seit 2018. Sie ist Mitgliedervertreterin von „meine Volksbank“ und Beisitzerin im Golfclub. Ihr ist es wichtig, im Gemeinderat nicht nur über „die großen Dinge“ zu reden, sondern auch respektvoll über die alltäglichen Dinge, die die Bürger bewegen. Nach außen hin sei die Kommunikation im Gemeinderat bisher nicht gut.
Auf Platz 5 steht Hermann Hipf auf der Liste, 53, verheiratet, zwei Kinder, seit 18 Jahren im Gemeinderat. Er ist Engineering-Manager, Vorsitzender der Ruhpoldinger Heimatbühne und Präsident des Organisationsteams des Biathlon Leistungszentrums seit 2023. Für besonders wichtig in den kommenden Jahren hält er die Zukunft des Frei- und Hallenbades „Vita Alpina“, und die Planungen für den Pfarrsaal. Es freue ihn sehr, dass jetzt sogar acht Frauen auf der VRB-Liste stehen, die vorher „eher von Männern dominiert“ gewesen sei. gi